Château La Grande Clotte Bordeaux Blanc

Château La Grande Clotte Bordeaux Blanc Bordeaux Frankreich 95 Bewertung

Château La Grande Clotte Bordeaux Blanc

Château La Grande Clotte Bordeaux Blanc 2022 ist eines der eigenwilligsten und aufregendsten Weißwein-Unikate, das Bordeaux hervorbringt: kraftvoll, exotisch, mineralisch und von einer Vielschichtigkeit, die weit über den Preis hinausweist. Der ungewöhnliche Sauvignon-Gris-Anteil, der Ausbau im neuen Barrique mit Bâtonnage und der altehrwürdige Kalksteinboden formen einen Weißwein, der mit vielen deutlich teureren Pessac-Léognans konkurriert.

Für Liebhaber kraftvoller, strukturierter und unkonventioneller Weißweine ist dieser 2022er eine absolute Empfehlung – am besten jetzt kaufen und ab 2027 trinken.

Hasenscore: 95


Eine Rakete ist keine Bombe!

Was ist das für ein Wein?

  • Name: Château La Grande Clotte Bordeaux Blanc
  • Weingut: Château La Grande Clotte
  • Klassifikation: AC Bordeaux Blanc (keine eigenständige Weißweinappellation in Lussac-Saint-Émilion)
  • Jahrgang: 2022
  • Weinart: Weißwein, trocken
  • Alkohol: 15,0 % vol.
  • Rebsorten: Sauvignon Blanc 50 %, Sauvignon Gris 20 %, Sémillon 20 %, Muscadelle 10 %
  • Weinausbau: Neues Barrique, 6 bis 8 Monate, mit Bâtonnage

Quellenangabe

Herkunft

  • Kontinent: Europa
  • Land: Frankreich
  • Region: Bordeaux (Südwest-Frankreich, Gironde)
  • Teilregion: Lussac-Saint-Émilion (administrativ), vermarktet als AC Bordeaux Blanc
  • Ort: Lussac

Terroir

  • Bodentyp: Reiner Kalkstein mit Löss-Lehm-Auflage
  • Bodenbeschaffenheit: Felsiger Untergrund, gut drainiert, hervorragende Wasserspeicherkapazität im Kalkstein – entscheidend in trockenen Jahren wie 2022
  • Klima: Ozeanisch (maritim), geprägt durch den Atlantik und die Nähe zur Gironde; 2022 war das heißeste und trockenste Jahr seit 1947 mit einem langen, harmonisch warmen Sommer
  • Exposition: nicht bekannt
  • Höhenlage: nicht bekannt
  • Besondere Einflussfaktoren: Uralte Rebstöcke mit tief greifenden Wurzeln konnten die Trockenheit des Jahres 2022 optimal überbrücken; keinerlei Fäulnis oder Pilzkrankheiten dank des ausbleibenden Niederschlags

Quellenangabe

Besonderheit

Château La Grande Clotte Bordeaux Blanc ist ein ausgesprochenes Unikat: Auf gerade einmal einem Hektar uralter Reben in Lussac-Saint-Émilion wächst eine der eigenartigsten Weißwein-Cuvées ganz Bordeaux. Da die Appellation Lussac-Saint-Émilion keine Weißweinbezeichnung kennt, wird der Wein lediglich als AC Bordeaux vermarktet – ein Umstand, der seinen tatsächlichen Qualitätsanspruch weit unterschreitet.

Bis 2012 war dieser Weinberg persönliches Eigentum von Michel Rolland, dem weltbekannten Bordeaux-Winzerberater, der ihn als persönliches Lieblingsobjekt hegte. Seit 2013 führt ein junges Paar aus der Region das Weingut, das zuvor in Kanada als Winzer tätig war. Die ungewöhnlich hohe Beteiligung von Sauvignon Gris (20 %) verleiht dem Wein eine würzig-exotische Eigenständigkeit, die ihn von klassischen Bordeaux Blancs klar abhebt.

Der Jahrgang 2022 erhielt von Weinexperte Heiner Lobenberg die Spitzenbewertung von 97 von 100 Punkten.

Quellenangabe

Sensorik

  • Aussehen/Farbe: Tiefes Goldgelb mit weißfrüchtigen Reflexen, mittlere bis hohe Intensität, viskose Textur im Glas
  • Duft/Nase: Sehr ätherisch und einladend, ohne die typisch expressive Schärfe eines reinen Sauvignon Blanc; gelbe und weiße Frucht dominieren: Birne, Quitte, Reneklode, Aprikose; dazu feine Kalksteinmineralität, cremige Apfelnoten, Walnuss und ein zurückhaltender Vanilleston vom Holzausbau; große harmonische Ruhe in der Nase mit hedonistischem Charakter
  • Geschmack/Gaumen: Hohes Gewicht, Druck und Grip; die Sauvignon Gris prägt den Gaumen mit ihrer eigentümlichen Würze maßgeblich; exotische Frucht aus Maracuja, Kumquat, Mandarine und Orangenzesten; dazu Kimchi, weißer Pfeffer, Ingwer, Mandeln und Birnenquitte; die Bâtonnage und das neue Barrique verleihen Fülle und Cremigkeit, ohne den Wein zu überholzen; die Säure ist präzise integriert
  • Abgang/Länge: Außergewöhnlich lang, mineralisch-würzig mit anhaltender exotischer Frucht; die Nachhalltlänge liegt nach Weinbeschreibung bei ca. zwei Minuten

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Qualität

  • Komplexität: Außergewöhnlich hoch – zahlreiche primäre Fruchtaromen (Birne, Quitte, Maracuja, Kumquat), sekundäre Gäraromen (Cremigkeit, Hefeteig) und tertiäre Reifenoten (Walnuss, Vanille, würzige Tiefe) vereinen sich zu einem vielschichtigen Gesamtbild
  • Ausgewogenheit (Balance): Hervorragend – trotz des hohen Alkoholgehalts von 15,0 % wirkt der Wein nicht schwer; Frucht, Holz, Säure und Mineralität sind stimmig integriert
  • Typizität: Eigenwillig und außergewöhnlich – durch den hohen Sauvignon-Gris-Anteil und das intensive Terroir ist dieser Wein kein klassischer Bordeaux Blanc, sondern ein absolutes Unikat innerhalb der Appellation; Lobenberg sieht ihn über vielen Pessac-Léognan, die im doppelten Preisbereich liegen
  • Lagerpotential: Hoch – Trinkreife laut Produzent ab 2026, Höhepunkt voraussichtlich 2028 bis 2035, spätestens bis 2040 trinken

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Charakter

  • Kraftvoll und hedonistisch – ein Weißwein mit dem Druck und der Fülle, die man sonst eher von großen Weißburgunden erwartet
  • Exotisch-würzig mit unverwechselbarem Profil – Kimchi, Ingwer und weißer Pfeffer machen ihn zu einem sensorischen Erlebnis abseits jeder Bordeaux-Konvention
  • Mineralisch und tief verwurzelt – der Kalksteinboden gibt eine klare, feine Gesteinstextur, die den ganzen Wein durchzieht
  • Reich und cremig, dabei nicht schwerfällig – Bâtonnage und Barrique schaffen Volumen, ohne den Wein zu bremsen
  • Entwickelt sich markant mit Luft – dekantieren empfohlen
  • Unikat-Charakter – durch die außergewöhnliche Rebsortenkombination mit Sauvignon Gris ohne Vergleichswein im klassischen Bordeaux-Kontext

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Food Pairing

  • Gegrillter Steinbutt mit Sauce Hollandaise oder Buttersauce
  • Jakobsmuscheln mit Safransauce und Fenchel
  • Kalbsbries mit Morcheln und Jus
  • Gebratenes Perlhuhn mit Kräuterbutter und Wurzelgemüse
  • Gereifter Ziegenkäse (Sainte-Maure de Touraine oder Valençay)
  • Schweinelende mit Quitten-Chutney und Kartoffelgratin
  • Asiatisch angehauchte Gerichte mit Ingwer und Zitronengras – die exotische Würze des Weins harmoniert hervorragend

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Trinkfenster

Der Wein ist aktuell (Mai 2026) noch leicht verschlossen und zeigt sein volles Potenzial erst nach einiger weiterer Reifung. Empfehlenswert ist Dekantieren vor dem Servieren. Die eigentliche Trinkreife beginnt voraussichtlich ab 2026 bis 2027. Den Höhepunkt wird der Wein voraussichtlich zwischen 2028 und 2035 erreichen. Spätestens bis 2040 trinken.

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Preis

Der typische Marktpreis liegt bei ca. 27 bis 33 Euro pro Flasche (Stand: Frühjahr 2026). Angesichts der Qualität und der Bewertung von 97/100 Punkten ist der Wein in diesem Preissegment als ausgesprochen günstig einzustufen.

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