Domaine Santa Duc gehört zu den überzeugendsten biodynamischen Betrieben der südlichen Rhône, und die Les Saintes Vierges 2022 ist ein eindrucksvolles Beispiel für das handwerkliche Können von Benjamin Gras. Der Wein vereint die mediterrane Wärme und Opulenz des außergewöhnlichen Jahrgangs 2022 mit dem typischen Garrigue-Charakter der Appellation und einer Präzision, die nur aus nachhaltiger, naturnaher Weinbergarbeit entstehen kann. Absolute Empfehlung für Liebhaber klassischer, terroir-treuer Châteauneuf-du-Pape mit Lagerpotenzial.
Was ist das für ein Wein?
- Name: Domaine Santa Duc Châteauneuf-du-Pape Les Saintes Vierges
- Weingut: Domaine Santa Duc, Familie Gras, Gigondas (Vaucluse, Frankreich)
- Klassifikation: AOC Châteauneuf-du-Pape
- Jahrgang: 2022
- Weinart: Rotwein
- Alkohol: 15 % vol.
- Rebsorten: Grenache (Hauptrebsorte, ca. 80 %), Mourvèdre (ca. 10 %), Syrah (ca. 10 %), Cinsault (Spurenanteil)
- Weinausbau: Ganztraubengärung mit indigenen Hefen (levures indigènes), Ausbau in großen gebrauchten Eichenfässern (Foudres), Abfüllung ohne Filtration; genaue Ausbaudauer nicht veröffentlicht
Quellenangabe
Herkunft
- Kontinent: Europa
- Land: Frankreich
- Region: Vallée du Rhône, südliche Rhône (Rhône méridionale)
- Département: Vaucluse, Provence-Alpes-Côte d'Azur
- Appellation: AOC Châteauneuf-du-Pape
- Ort: Châteauneuf-du-Pape, ca. 12 km nördlich von Avignon
Quellenangabe
Terroir
- Bodentyp: Galets roulés (große, gerundete Quarzitfindlinge als Wärmespeicher), kombiniert mit Ton-Kalkstein- und Sandböden je nach Parzelle
- Bodenbeschaffenheit: Die Galets absorbieren tagsüber Sonnenwärme und geben sie nachts wieder ab; steinige, gut drainierte, flachgründige bis mittelgründige Böden fördern niedrige Erträge und hohe Konzentration
- Klima: Ausgeprägt mediterranes Klima mit heißen, trockenen Sommern, milden Wintern und langen Sonnenstunden; der Jahrgang 2022 war außergewöhnlich warm und trocken
- Besondere Einflussfaktoren: Der Mistral (starker Nordwind) sorgt für trockene Bedingungen, reduziert Fäulnisrisiken und fördert die physiologische Reife der Trauben; die Nähe zum Rhônetal beeinflusst Luftbewegung und lokalen Temperaturausgleich
- Exposition und Hangneigung: Überwiegend flaches bis leicht geneigtes Plateau, vorwiegend südlich exponiert
- Altitude: ca. 50–250 m ü. NN
Quellenangabe
Besonderheit
- Biodynamische Bewirtschaftung (biodynamie) nach streng natürlichen Prinzipien – das Weingut gehört zu den überzeugendsten biodynamischen Betrieben der südlichen Rhône
- Familienweingut der Gras-Familie, seit 1874 in Betrieb, inzwischen in der sechsten Generation, geleitet von Benjamin Gras
- Ganztraubengärung (vendanges entières): Die Trauben werden ungequetscht eingemaischt, was dem Wein Frische, feine Tannine und eine komplexe Aromatik verleiht
- Fermentation ausschließlich mit natürlichen Hefen aus dem eigenen Weinberg (levures indigènes)
- Abfüllung ohne Filtration für maximale Strukturtreue und Aromentiefe
- Massenselektionen (sélections massales): Das Weingut selektiert die besten Rebstöcke der eigenen Parzellen als Pflanzgrundlage und gewährleistet damit eine hohe Anpassung an das lokale Terroir
Quellenangabe
Sensorik
- Aussehen/Farbe: Tiefes Rubinrot mit violetten Reflexen, intensive Farbsättigung, mittlere Transparenz, ausgeprägte Viskosität (deutliche Schlieren am Glas)
- Duft/Nase: Reife dunkle Früchte dominieren – Brombeere, Schwarzkirsche, Kirschlikör; unterlegt von ausgeprägter Garrigue (Thymian, Rosmarin, Lavendel), schwarzem Pfeffer und milden Gewürznoten; Anklänge von Leder, Erde und dunkler Schokolade; der heiße Jahrgang 2022 verleiht zusätzliche Opulenz und Konzentration
- Geschmack/Gaumen: Vollmundig und warm, samtige Tannine, getragen von einer üppigen Fruchtsüße; Aromen von Schwarzkirsche, Brombeere, Lakritz, Provençalischen Kräutern und Leder; der hohe Grenache-Anteil bringt Fülle und Weichheit, Mourvèdre und Syrah steuern Struktur und Tiefe bei
- Abgang/Länge: Lang bis sehr lang, würzig-mineralisch, mit nachhaltigen Kräuternoten und weichem Tannin im Finale
Qualität
- Komplexität: Hoch – die vielschichtige Aromatik aus Frucht, Garrigue, Gewürz und Terroir-Noten kennzeichnet einen authentischen, tiefgründigen Châteauneuf-du-Pape
- Ausgewogenheit (Balance): Sehr gut – Frucht, Tannin, Säure und Alkohol ergänzen sich harmonisch; der warme Jahrgang 2022 verleiht Fülle, ohne die Frische vollständig zu opfern; die biodynamische Anbauweise unterstützt die natürliche Balance
- Typizität: Hoch – der Wein ist ein klassischer Vertreter der Appellation mit der für Châteauneuf-du-Pape typischen Opulenz, dem Garrigue-Charakter und der Grenache-geprägten Weichheit
- Lagerpotential: Mindestens 8–12 Jahre ab Abfüllung; der Höhepunkt dürfte zwischen 2028 und 2035 liegen
Charakter
- Warm und kraftvoll: typisch für den sonnenverwöhnten Jahrgang 2022 der südlichen Rhône
- Tief mediterran geprägt: ausgeprägte Garrigue-Noten verleihen dem Wein ein unverwechselbares Herkunftsprofil
- Biodynamische Lebendigkeit: trotz der jahrgangsbedingte Opulenz zeigt der Wein Frische und Vitalität, wie sie nur aus sorgfältiger natürlicher Weinbergarbeit entsteht
- Entwicklungsfreudig: Dekantieren empfohlen; mit Luft öffnet sich der Wein merklich und entfaltet seine volle aromatische Tiefe
- Authentisch und terroir-treu: kein gefälliger Massencharakter, sondern ein echter Ausdruck von Domaine, Parzelle und Jahrgang
Food Pairing
- Lammkeule provençalisch mit Kräutern der Provence, Knoblauch und Olivenöl
- Gegrillte Lammkoteletts mit Thymian-Jus
- Wildschweinragout mit Polenta oder geröstetem Bauernbrot
- Geschmortes Rindfleisch nach provençalischer Art (Daube de bœuf)
- Entrecôte oder Côte de bœuf mit kräftiger Rotweinsauce
- Cassoulet (Weißbohnen-Eintopf mit Ente, Lamm und Würsten nach Languedoc-Art)
- Reife Hartkäse wie Manchego, Comté oder Pecorino Stagionato
Trinkfenster
Der Wein ist aktuell nach etwa einer bis zwei Stunden Dekantieren gut trinkbar und zeigt seine erste aromatische Reife. Der Höhepunkt wird voraussichtlich zwischen 2028 und 2035 liegen, wenn sich die Tannine vollständig integriert haben und die Tertiäraromatik (Leder, Tabak, Erde) vollends entfaltet ist. Spätestens bis 2040 trinken.
Preis
Der typische Marktpreis für diesen Wein bei ca. 55 bis 65 Euro pro Flasche (0,75 l), je nach Händler und Region.