Der Bosquet des Papes Les 7 de Pignan 2022 ist ein außergewöhnlicher Châteauneuf-du-Pape mit burgundischer Seele: reine Grenache von über 100 Jahre alten Reben, vinifiziert als Ganztraube und in Fuderfässern ausgebaut, ergibt einen Wein von seidener Textur, kühler Frucht und unendlicher Tiefe. Mit bis zu 98 Parker-Punkten bewertet, macht dieser Wein dem legendären Château Rayas in Eleganz und Terroir-Ausdruck ernsthafte Konkurrenz. Absolute Lagerwein-Empfehlung – Geduld wird belohnt.
Was ist das für ein Wein?
- Name: Bosquet des Papes Châteauneuf-du-Pape Les 7 de Pignan
- Weingut: Domaine Bosquet des Papes (Familie Boiron, Winzer: Nicolas Boiron)
- Klassifikation: AOC Châteauneuf-du-Pape
- Jahrgang: 2022
- Weinart: Rotwein, trocken
- Alkohol: 15,5 %
- Rebsorten: Grenache 100 %
- Weinausbau: Ganztraubenvergärung, mehr als 30 Tage Maischereifung, anschließend Ausbau in Fuderfässern (große Holzfässer)
Quellenangabe
Herkunft
- Kontinent: Europa
- Land: Frankreich
- Region: Rhône-Tal (Vallée du Rhône) / Südliche Rhône
- Appellation: Châteauneuf-du-Pape (AOC)
- Lieu-dit / Lage: Pignan, nördlicher Teil der Gemeinde Châteauneuf-du-Pape (Département Vaucluse, Region Provence-Alpes-Côte d'Azur)
Terroir
- Bodentyp: tiefer, lockerer Sand (sableux) – freier, gut drainierender Sandboden ohne grobe Galets roulés
- Bodenbeschaffenheit: locker, tiefgründig, steinarm; ermöglicht tiefes Wurzelwerk sehr alter Reben sowie natürlichen Wasserzugang aus tieferen Schichten in Trockenphasen
- Klima: mediterran – warme, trockene Sommer, milde Winter; der Mistral prägt die Weinberge; Jahrgang 2022 war außergewöhnlich heiß und extrem trocken
- Lage: Hochlage im nördlichen Teil der Appellation; etwas kühler und windexponierter als die zentralen und südlichen Lagen Châteauneuf-du-Papes
- Besondere Einflussfaktoren: Die Sandböden von Pignan verleihen dem Wein ausgeprägte Eleganz und Leichtigkeit; die Lage hat einen eigenständigen, unverwechselbaren Charakter und produziert stets kühle, transparente Weine – ähnlich wie die benachbarte Lage von Château Rayas; die tiefen Wurzeln der alten Reben trotzen selbst extremer Hitze und Trockenheit
Quellenangabe
Besonderheit
- Neue Cuvée: erstmals im Jahrgang 2020 auf Anraten des renommierten Beraters Philippe Cambie (2021 verstorben) ins Leben gerufen.
- Sehr seltene Produktion: Dieser Wein wird nur in ausgewählten Jahrgängen abgefüllt, in denen die Kleinstparzellen ausreichend Ertrag liefern. Bisher erschienen 2020, 2022 und 2023 – in 2021 und 2024 wurde kein Wein erzeugt.
- Die 7 Parzellen stammen ausnahmslos aus dem Lieu-dit Pignan im nördlichen Teil von Châteauneuf-du-Pape – der gleichen Lage, aus der auch Château Rayas seinen legendären Pignan-Wein vinifiziert. Die Sandböden dieser Hochlage haben einen unverwechselbaren Eigengeschmack, unabhängig vom Winzer.
- Reine Grenache von über 100 Jahre alten Reben – eine Seltenheit, die dem Wein außerordentliche Tiefe und Eleganz verleiht.
- Kritikerpunkte: Robert Parker 96–98/100, Heiner Lobenberg 96–98/100.
Quellenangabe
Sensorik
- Aussehen/Farbe: tiefes, sattes Rubinrot mit violett-purpurnen Reflexen; mittlere bis hohe Farbintensität; klar und glänzend im Glas; langsam fließende Schlieren an der Glaswand weisen auf hohe Viskosität hin
- Duft/Nase: burgundisch geprägt und tiefgründig – Kirsche in allen Schattierungen (Sauerkirsche, Schwarzkirsche), Schlehe, Sanddorn, Cassis, Blaubeere und Maulbeere; Lorbeer, schwarze Teeblätter und Rosen; feine Süßholznote und Lakritze; kühle minzig-mentholige Nuance; Hauch von Orange und Mango; würzige Kräuter der Provence im Hintergrund
- Geschmack/Gaumen: vollmundig und konzentriert, doch von bemerkenswerter Eleganz; samtweiche Textur; die Tannine sind hintersinnig, zart und außerordentlich reif – sie streicheln den Gaumen; trotz 15,5 % Alkohol wirkt der Wein nicht schwer, sondern kühl und seidig; Brombeere, Maulbeere und Steinobst am Gaumen; dichte, geschmeidige Struktur; die kühle Natur der Sandlage bleibt stets spürbar
- Abgang/Länge: sehr lang und samtig; kühle minzig-mentholige Note im Finale; reife Tanninmassen rollen durch den Abgang, ohne zu stören; mineralische Salzigkeit im Nachklang; eleganter, sehr langer Abgang
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Qualität
- Komplexität: außerordentlich hoch – der Wein verbindet burgundische Feinheit mit südrhônischer Tiefe; die vielschichtige Aromenstruktur entfaltet sich Schicht für Schicht und entwickelt sich mit Luft stetig weiter
- Ausgewogenheit (Balance): trotz der extremen Reife des Jahrgangs 2022 und 15,5 % Alkohol bemerkenswert harmonisch; reife, weiche Tannine balancieren die Fruchtkonzentration; die kühle Natur der Sandlage und die alte Rebsubstanz erzeugen eine Frische und Spannung, die bei diesem Alkoholgehalt ungewöhnlich ist
- Typizität: atypisch für einen klassischen, robusten Châteauneuf-du-Pape – stilistisch orientiert sich der Wein eher an Burgund; sehr typisch hingegen für die einzigartige Terroir-Eigenheit der Lage Pignan; unverwechselbarer Ausdruck alter Grenache-Reben auf Sandböden
- Lagerpotential: außerordentlich hoch; Trinkreife laut Händlerangabe 2026–2046; Weinkenner vergleichen das Entwicklungspotential mit großen Châteauneuf-du-Pape-Jahrgängen wie 2005 und erwarten eine Entwicklung über mehrere Jahrzehnte
Quellenangabe
Charakter
- Aristokratisch und von seltener Eleganz: dieser Châteauneuf-du-Pape erinnert in Stil und Finesse eher an einen großen Burgunder als an einen klassischen, kraftvollen Vertreter seiner Appellation
- Kühl und seidig: die Sandböden von Pignan verleihen dem Wein trotz des heißen Jahrgangs eine kühlende, fließende Qualität
- Meditativ und tiefgründig: jeder Schluck offenbart neue Facetten; kein Wein für schnellen Genuss, sondern für konzentriertes Erleben
- Tout en Finesse: maximale Konzentration bei gleichzeitiger Leichtigkeit – der klassische Widerspruch großer Terroirs, hier mustergültig gelöst
- Rayas-Charakter: die Lage von Pignan ist die gleiche, in der Château Rayas seinen gleichnamigen Wein erzeugt – der kühle, transparente, elegante Stil ist kein Zufall, sondern Ausdruck des Terroirs
- Entwickelt sich stark mit Luft und entfaltet über die nächsten Jahre und Jahrzehnte immer neue Dimensionen
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Food Pairing
- Gebratene Lammkeule mit Kräutern der Provence (Rosmarin, Thymian, Knoblauch) und Ratatouille
- Boeuf en daube à la provençale – Rindfleisch, langsam in Rotwein mit Oliven, Orangen und Kräutern geschmort
- Wildschweinragout mit schwarzem Trüffel und Polenta
- Entrecôte vom Hereford-Rind mit Knochenmarkbutter und grünem Pfeffer
- Reifer Comté (36 Monate) oder Pélardon (reifer Ziegenkäse aus der Provence)
- Confit de canard (Entenschenkel im eigenen Fett) mit Gratin dauphinois
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Trinkfenster
Der Wein ist nach ausgiebigem Dekantieren (mindestens 1 bis 2 Stunden) aktuell bereits trinkbar und zeigt beeindruckende Tiefe. Die Jugend ist jedoch noch spürbar – die dichte, konzentrierte Struktur und die enormen Tanninreserven verlangen nach weiterer Kellerreife. Der Höhepunkt der Entwicklung wird voraussichtlich zwischen 2029 und 2040 liegen. Spätestens bis 2046 trinken.
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Preis
Der typische Marktpreis liegt bei ca. 75 bis 80 Euro pro Flasche (0,75 l) in Deutschland (Stand: Frühjahr 2026). Der internationale Durchschnittspreis beträgt ca. 63 Euro (exklusive Mehrwertsteuer).