Bodegas Luis Perez La Barajuela Palomino Fino Dos Palmas

Bodegas Luis Perez La Barajuela Palomino Fino Dos Palmas Andalusien Spanien 92 Bewertung

Bodegas Luis Perez La Barajuela Palomino Fino Dos Palmas

La Barajuela Palomino Fino Dos Palmas 2013 ist einer der ungewöhnlichsten und aufregendsten Weißweine, die Spanien zu bieten hat: ein ungespriteter Fino aus dem Herzen von Jerez, der zehn Jahre unter Florhefe und in der Flasche gereift ist und dabei zu einem Monument reiner Mineralität geworden ist. Die Nase vereint Feuerstein, Salz, grüne Mandeln und Florhefe zu einer Komplexität, die ihresgleichen sucht; der Gaumen ist messerscharf, knochentrocken und von unerhörter Länge.

Für Liebhaber authentischer, unverfälschter Jerez-Weine im Stil der Vormoderne ist dieser Wein eine absolute Pflichtverkostung. Von Willy Perez mit höchster Präzision und kompromissloser Weinphilosophie erzeugt – absolute Kaufempfehlung für alle, die noch eine der raren Halbflaschen finden.

Hasenscore: 92


Ein Frosch - kann was,
aber noch nicht viel!

Was ist das für ein Wein?

  • Name: La Barajuela Palomino Fino Dos Palmas
  • Weingut: Bodegas Luis Perez (Willy Perez)
  • Klassifikation: Vino de la Tierra (VdlT) Cádiz
  • Jahrgang: 2013
  • Weinart: Weißwein, trocken (ungespriteter Fino im Sherry-Stil)
  • Alkohol: 15,0% Vol.
  • Rebsorten: Palomino Fino 100%
  • Weinausbau: 5 Jahre biologische Reifung in Holzfässern (Botas) unter Florhefe, anschließend 5 Jahre Flaschenreifung (reduktiver Ausbau); abgefüllt im November 2018

Quellenangabe

Herkunft

  • Kontinent: Europa
  • Land: Spanien
  • Provinz: Andalusien
  • Region: Marco de Jerez / Jerez de la Frontera
  • Teilregion: Macharnudo / Barajuela
  • Lage: La Barajuela (Weinberg nahe Jerez de la Frontera)

Terroir

  • Bodentyp: Albariza (Tosca de Barajuela) – weißer Kalkstein-Kreide-Boden mit hohem Kalkanteil, charakteristisch für die Jerez-Region
  • Bodenbeschaffenheit: flachgründig bis mittelgründig, hervorragende Wasserretention im Winter und -abgabe im Sommer; stark reflektierend
  • Klima: mediterran-atlantisch, heiße, trockene Sommer mit Einfluss des Atlantiks; Levante-Winde und kühlende Einflüsse aus dem Ozean
  • Rebenerziehung: traditionelle Vara y Pulgar-Erziehung
  • Rebenerträge: ca. 25 hl/ha (sehr gering)
  • Rebenalter: ca. 50 Jahre

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Besonderheit

  • Dieser Wein ist ein ungespriteter Fino – eine in Jerez höchst seltene Ausnahme. Da er keinen zugesetzten Weingeist enthält, darf er nicht als DO Jerez vermarktet werden und läuft als Vino de la Tierra Cádiz.
  • Die Trauben stammen aus ca. 50 Jahre alten Reben im Weinberg La Barajuela und werden selektiv über fast zwei Monate von Hand gelesen. Der Ertrag beträgt nur etwa 25 hl/ha.
  • Die dritte und letzte Abfüllung des Jahrgangs 2013 ergab lediglich 1.000 Halbflaschen (375 ml), von denen die letzten 300 Flaschen erst im Jahr 2023 freigegeben wurden.
  • Biologische Erzeugung. Der Wein gilt als Referenz für den authentischen, vormodernen Jerez-Stil: so war Sherry, bevor das Aufspriten zur Norm wurde.
  • Bewertungen: Heiner Lobenberg 98–100/100, Robert Parker 96/100.

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Sensorik

  • Aussehen/Farbe: Mittleres Goldgelb mit grünen Reflexen; hohe Transparenz, lebendige Erscheinung
  • Duft/Nase: Außergewöhnlich mineralische Nase mit nassem Feuerstein und Kalkstein im Vordergrund; grüne Nüsse, frische Mandeln, Salzfrachten; deutliche Florhefenoten (Espartogras, Brotteig); leichte Schalenaromen, fermentiertes Gemüse, Kimchi-artige Tiefe; feiner Gewürztouch
  • Geschmack/Gaumen: Knochentrocken und messerscharf; die Frische entsteht nicht aus Säure, sondern aus der ausgeprägte Mineralität; grüne Oliven, salzige Mandeln, knochentrockene Quitte; steinige Textur mit großer Konzentration; trocknende Empfindung im Abgang; ausgeprägte Schärfe und Lebendigkeit
  • Abgang/Länge: Sehr lang; cremige Quittensahne, zarte Honigspur ohne jede Süße, leichter Wachstouch; mineralisch-salzig und von hoher Qualität

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Qualität

  • Komplexität: Außerordentlich hoch. Der Wein vereint primäre Frucht- und Hefearomen mit tertiären oxidativen und mineralischen Nuancen, die durch den langen Ausbau entstanden sind. Jede Ebene enthüllt sich beim Belüften neu.
  • Ausgewogenheit (Balance): Bemerkenswert. Die Frische wird nicht durch Säure, sondern durch Mineralität getragen – ein äußerst seltenes Gleichgewicht. Alkohol, Körper und Salzigkeit fügen sich harmonisch zusammen.
  • Typizität: Sehr hoch für den authentischen, unverfälschten Jerez-Fino-Stil der Vormoderne. Gleichzeitig ein Einzelfall: ungespritete Finos dieser Qualität sind weltweit nahezu inexistent.
  • Lagerpotential: Außergewöhnlich hoch. Der lange Holz- und Flaschenausbau sowie die dichte Mineralstruktur geben dem Wein ein Potential weit über die nächsten Jahrzehnte hinaus.

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Charakter

  • Asketisch und eigenwillig: kein Wein für breiten Geschmack, sondern für Kenner und Liebhaber des ursprünglichen Sherry-Stils
  • Tiefe, kompromisslose Mineralität dominiert jeden Schluck
  • Messerscharf und knochentrocken – nahezu kein Fett, kein Schmelz, nur Präzision
  • Zeigt mit Luft erhebliche Entwicklung und Tiefe
  • Ein lebendiges Stück Weingeschichte: Jerez, wie er vor der Epoche des Aufspiritens schmeckte
  • Extrem selten und von fast meditativem Charakter

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Food Pairing

  • Stockfisch in Öl (Bacalao al pil pil oder Bacalao mit Olivenöl)
  • Jamón ibérico mit gerösteten Mandeln
  • Grüne Oliven pur, ungekräutert
  • Reifer Manchego, knochentrockener Schafskäse
  • Parmesan oder Pecorino mit Mandelbruch
  • Gegrillte Meeresfrüchte mit Meersalz (Gambas a la plancha)
  • Als Aperitif zu Boquerones (marinierte Sardellen)

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Trinkfenster

Der Wein befindet sich seit der Freigabe der letzten Charge im Jahr 2023 in seiner ersten Reifephase und ist aktuell (Stand: Herbst 2026) sehr gut trinkbar. Die ungeheure Mineralstruktur und der lange Holz- und Flaschenausbau geben diesem Wein ein außergewöhnliches Entwicklungspotential. Der Höhepunkt wird voraussichtlich zwischen 2030 und 2055 liegen. Wer eine Halbflasche besitzt, kann sie problemlos noch viele Jahrzehnte lagern – spätestens bis ca. 2073 trinken.

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Preis

Der typische Marktpreis liegt bei ca. 55,00 Euro pro Halbflasche (375 ml), was einem rechnerischen Äquivalent von ca. 110,00 Euro pro 750-ml-Flasche entspricht (Stand: Herbst 2026). Angesichts der extremen Limitierung auf 1.000 Halbflaschen, des jahrzehntelangen Ausbaus und der Bewertungen von bis zu 100/100 Punkten ist dieser Preis für Kenner als moderat einzustufen.

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