Der Pegaso Viñas Viejas Barrancos de Pizarra 2019 von Telmo Rodríguez ist ein außergewöhnlicher Garnacha aus den wiederbelebten Schieferhängen von Cebreros in der Sierra de Gredos – präzise, mineralisch und von berührender Eleganz. Alte, ungepfropfte Reben auf nativem Fuß, biologischer Anbau und ein sorgfältiger Ausbau in großen französischen Eichenfässern schaffen einen Wein, der das Terroir mit bemerksenswerter Klarheit transportiert.
Telmo Rodríguez hat mit dem Pegaso-Projekt seit 1999 Pionierarbeit geleistet und bewiesen, dass Garnacha auf Schiefer eine eigenständige Sprache spricht: mineralisch, kühl, tiefgründig und entwicklungsfähig. Absolute Empfehlung für alle, die Garnacha jenseits des Alltäglichen und Spanien von seiner eleganten Seite erleben möchten.
Was ist das für ein Wein?
- Name: Pegaso Viñas Viejas Barrancos de Pizarra
- Weingut: Compañía de Vinos Telmo Rodríguez
- Klassifikation: Vino de la Tierra de Castilla y León (Sierra de Gredos, DO Cebreros)
- Jahrgang: 2019
- Weinart: Rotwein
- Alkohol: ca. 14,5 % vol.
- Rebsorten: 100 % Garnacha (Viñas Viejas – alte Stöcke in Vasenform-Erziehung)
- Weinausbau: Holzfass – 24 bis 30 Monate in Fässern à 400 und 500 Liter aus französischer Eiche verschiedener Wälder und Herkünfte; Vergärung mit autochthonen Hefen
Quellenangabe
Herkunft
- Kontinent: Europa
- Land: Spanien
- Autonome Gemeinschaft: Kastilien und León (Castilla y León)
- Provinz: Ávila
- Region: Sierra de Gredos
- Appellation: DO Cebreros / Vino de la Tierra de Castilla y León
- Ort: Cebreros
- Einzellagen: Arrebatacapas, La Redonda, La Curva
- Bodega: Finca La Piñonera, Cebreros, Ávila
Terroir
- Bodentyp: Pizarra (Schiefer) auf metamorphem Untergestein – der einzige bedeutende Schieferstandort im gesamten Gredos-Massiv, das ansonsten von Granit geprägt ist
- Bodenbeschaffenheit: Flachgründig, sehr gut drainiert, steinig; nährstoffarm, wenig organische Substanz; fördert tiefen Wurzelgang und natürlichen Ertragsbegrenzer
- Klima: Kontinental mit mediterranen Einflüssen; heiße, trockene Sommer, kalte Winter, ausgeprägte Tag-Nacht-Temperaturschwankungen; Niederschlag hauptsächlich im Frühjahr und Herbst; im Vergleich zur Meseta deutlich mehr Regen durch den Einfluss der Berglagen
- Exposition: Überwiegend nach Osten ausgerichtet
- Höhenlage: 950 bis 1.200 Meter über dem Meeresspiegel
- Besondere Einflussfaktoren: Die extreme Höhenlage moderiert die Sommerhitze erheblich; kühle Nächte erhalten Säure und aromatische Frische; starke Bergwinde (namensgebend für die Lage Arrebatacapas) fördern die Gesundheit der Trauben; die ungepfropften Reben sind auf nativem Fuß auf sandigen Schieferböden verwurzelt und damit vor Reblaus geschützt
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Besonderheit
Der Pegaso Barrancos de Pizarra ist eines der Pioniergewächse der modernen Renaissance der Sierra de Gredos als Qualitätsweinregion. Telmo Rodríguez entdeckte das Weinbergsgebiet um Cebreros Ende der 1990er Jahre während einer Wanderung entlang alter Schäferrouten (Cañada Real) und erkannte das außerordentliche Potenzial der damals verlassenen, alten Garnacha-Stöcke auf Schieferboden. Im Jahr 1999 erwarb er seinen ersten Weinberg in der Lage Arrebatacapas – ein Name, der sinngemäß „Mützereißer" bedeutet und auf die starken Bergwinde anspielt.
Die Schiefer-Lagen (Pizarra) rund um Cebreros stellen eine geologische Besonderheit dar: Sie sind die einzigen nennenswerten Schieferstandorte im gesamten Gredos-Massiv, das ansonsten von Granit dominiert wird. Diese Einzigartigkeit verleiht dem Wein ein klar von anderen Gredos-Garnachas unterscheidbares, mineralisch-lapidares Profil. Die Reben werden nach ökologischen Prinzipien bewirtschaftet, sind ungepfropft auf phylloxeraresistenten Sandböden angebaut und werden von Hand in kleinen Kisten geerntet. Das Pegaso-Projekt von Telmo Rodríguez war maßgeblich dafür verantwortlich, dass Cebreros heute als internationale Referenz für alte Garnacha-Stöcke gilt.
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Sensorik
- Aussehen/Farbe: Mittleres, klares Rubinrot mit lebhaften violett-purpurnen Reflexen; für einen 2019er Wein noch von jugendlicher Frische geprägt; gute Transparenz, mittlere Viskosität ohne übermäßige Dichte
- Duft/Nase: Die Nase ist klar definiert und von erfrischender Intensität. Im Vordergrund stehen lebhafte rote Früchte: Himbeere, wilde Erdbeere, Sauerkirsche und Granatapfelkerne. Darüber legt sich eine blumige Schicht aus Veilchen und Rosenblüten. Danach folgen die charakteristischen mineralisch-schiefrigen Noten, die das Terroir von Arrebatacapas unverkennbar machen – flintig, leicht rauchig, evokativer Stein nach einem Sommerregen. Kräuterige Andeutungen (Lavendel, Thymian, Lorbeer) und ein Hauch von weißem Pfeffer runden das komplexe Bouquet ab. Mit etwas Luft zeigen sich feine tertiäre Aromen von Kirschtee und Unterholz.
- Geschmack/Gaumen: Mittelkräftiger Körper mit einer seidigen, gut eingebundenen Tanninstruktur. Die Säure ist lebendig und präzise und verleiht dem Wein Spannung und Länge ohne jede Schärfe. Am Gaumen dominieren rote Beerenfrüchte – Himbeere, Sauerkirsche, Granatapfel –, ergänzt durch eine ausgeprägte Schiefermineralität und eine dezente Würze. Der Holzausbau ist nach 24 bis 30 Monaten vollständig integriert und verleiht Struktur, ohne die Primärfrucht zu überlagern. Der Wein ist schlank und zielgerichtet, ohne jede überflüssige Fülle.
- Abgang/Länge: Lang, mineralisch geprägt mit anhaltender Schieferigkeit und einem frischen, fruchtigen Nachhall. Elegant und präzise; der Abgang ist salzig-mineralisch und hält klar über 12 Sekunden an. Lädt zum nächsten Schluck ein.
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Qualität
- Komplexität: Hoch – der Wein zeigt mehrere voneinander klar unterscheidbare aromatische Ebenen (Frucht, Mineral, Blüten, Kräuter, Holz) und entwickelt sich mit zunehmender Luftzufuhr kontinuierlich weiter; kein eindimensionaler Trinkwein
- Ausgewogenheit (Balance): Sehr gut – Säure, Tannin, Frucht und Alkohol sind harmonisch aufeinander abgestimmt; die Höhenlage und die tiefen Wurzeln der alten Stöcke sorgen trotz vollreifer Frucht für eine kühle, lebendige Struktur ohne Schwere
- Typizität: Hervorragend – mustergültiger Repräsentant der Sierra de Gredos Garnacha auf Schieferboden; vereint die mineralische Kühle der Höhenlage mit der fleischig-würzigen Charakteristik alter ungepfropfter Garnacha-Stöcke auf nativem Fuß; klar von generischer Garnacha unterscheidbar
- Lagerpotential: Gut bis sehr gut – der Wein ist aktuell (Frühjahr 2026) bereits sehr zugänglich und zeigt seine erste reife Phase; aufgrund seiner lebendigen Säure und der gut strukturierten Tannine ist eine weitere positive Entwicklung über 5 bis 8 Jahre realistisch
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Charakter
- Elegant und präzise – eher filigran als schwer und maskulin; die Garnacha zeigt hier ihre noble, burgundisch anmutende Seite
- Mineralisch und transparent – der Schiefer des Arrebatacapas-Hanges dominiert den aromatischen Ausdruck in Nase und Gaumen auf unverwechselbare Weise
- Kühl und alpin – die Höhenlage von bis zu 1.200 Metern sorgt für eine innere Frische, die diesen Wein klar von warmen, tieflagen-geprägten Garnacha-Weinen abhebt
- Entwicklungsfreudig – öffnet sich nach 30 bis 60 Minuten Dekantierung deutlich und zeigt mit Luft erheblich mehr Tiefe und Vielschichtigkeit
- Meditativ und tiefgründig – kein Alltagswein im klassischen Sinne, sondern ein Wein, der zum Nachdenken und Innehalten einlädt
- Eigenständig und zeitlos – keiner Stilmode folgend, sondern dem Terroir und der Rebsorte verpflichtet; ein Wein, der seinen Platz unter Spaniens Besten behauptet
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Food Pairing
- Gegrillte Lammkoteletts mit Rosmarin, Knoblauch und Fleur de Sel
- Geschmorte Lammschulter mit Oliven, Tomaten und Kräutern der Provinz
- Spanisches Spanferkel aus dem Ofen (Cochinillo asado)
- Gebratene Perlhuhnbrust mit Steinpilzen und Trüffelöl
- Wildschweinragout mit Polenta und eingelegtem Gemüse
- Gereifter Manchego DOP (6 bis 12 Monate), serviert mit Quittengelee
- Getrocknete Iberische Wurstwaren: Lomo embuchado, Chorizo Ibérico
- Pilzrisotto mit Pfifferlingen und altem Parmesan
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Trinkfenster
Der Pegaso Viñas Viejas Barrancos de Pizarra 2019 ist nach einem Fassausbau von 24 bis 30 Monaten und anschließender Flaschenlagerung seit etwa 2022/2023 im Handel. Im Frühjahr 2026 befindet sich der Wein in seiner ersten, angenehm zugänglichen Trinkreife: Die Primärfrucht ist frisch und lebendig, die Schiefermineralität ausgeprägt, die Tannine weich genug für entspannten Genuss ohne lange Dekantierung – empfohlen werden 30 bis 60 Minuten im Dekanter. Den Höhepunkt seiner Entwicklung wird der Wein voraussichtlich zwischen 2027 und 2032 erreichen. Spätestens bis 2034 sollte er getrunken werden, da Garnacha grundsätzlich weniger langlebig ist als schwere Rotweine aus Tempranillo oder Cabernet Sauvignon. Ideale Serviertemperatur: 16 bis 18 °C.
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Preis
Der typische Marktpreis für den Pegaso Viñas Viejas Barrancos de Pizarra liegt im europäischen Fachhandel bei ca. 25 bis 45 Euro pro Flasche (0,75 l), je nach Händler und Markt (Stand: Frühjahr 2026). In Deutschland ist der Wein bei ausgewählten Weinfachhändlern und Weinversandhändlern erhältlich; ein gängiger Richtwert liegt zwischen 30 und 40 Euro. Ein belastbarer Durchschnittspreis für den Jahrgang 2019 war zum Zeitpunkt der Recherche aus öffentlichen Quellen nicht zuverlässig ermittelbar, da dieser Jahrgang bei vielen deutschen Händlern bereits vergriffen ist.