Weingut Friedrich Becker Mineral Chardonnay

Weingut Friedrich Becker Mineral Chardonnay

Ein außergewöhnlicher Chardonnay aus dem südpfälzischen Schweigen, der mit seiner präzisen Mineralität, druckvollen Säure und dem elegant eingesetzten Barrique internationales Niveau demonstriert. James Suckling vergab 97 von 100 Punkten für den 2019er Jahrgang und bestätigte damit den Anspruch von Weingut Friedrich Becker auf Weltklasse.

Für alle, die deutschen Wein bisher unterschätzt haben und dem burgundischen Chardonnay zugetan sind, ist dieser Wein eine absolute Entdeckung. Klare Trinkempfehlung.

Hasenscore: 93+


Eine Ente ist kein Schwan,
geht aber auch nicht unter!

Was ist das für ein Wein?

  • Name: Mineral Chardonnay trocken
  • Weingut: Weingut Friedrich Becker, Schweigen (Pfalz)
  • Klassifikation: VDP-Mitglied (Pfalz, Beitritt 2000); kein GG-Label für diesen Wein
  • Jahrgang: 2019
  • Weinart: Weißwein, trocken
  • Alkohol: 13,5 % vol.
  • Rebsorten: Chardonnay 100 %
  • Weinausbau: 21 Monate im Barrique (Eichenholzfass), Spontangärung auf der Feinhefe

Quellenangabe

Herkunft

  • Kontinent: Europa
  • Land: Deutschland
  • Bundesland: Rheinland-Pfalz
  • Region: Pfalz
  • Teilregion: Südliche Weinstraße
  • Ort: Schweigen-Rechtenbach (direkt an der deutsch-französischen Grenze)

Terroir

  • Bodentyp: Kalkmergel (Muschelkalk), skelettreich und mineralienreich
  • Bodenbeschaffenheit: Tiefgründige Muschelkalkschichten; schnell erwärmbar, gut drainiert und durchlüftet; fördert aromatische Konzentration bei gleichzeitig frischer Struktur
  • Klima: Gemäßigt kontinentales Klima mit milden Temperaturen und ca. 2.000 Sonnenstunden pro Jahr; der dicht bewaldete Pfälzerwald wirkt als natürlicher Schutzwall gegen Westwinde
  • Exposition und Lage: Sanft ansteigende Weinberge am Rande des Pfälzerwaldes an der Abbruchkante des Rheingrabens
  • Besondere Einflussfaktoren: Grenzlage zwischen Deutschland und Frankreich; einzelne Rebflächen auf elsässischem Boden, weinbaurechtlich zu Deutschland gehörend; Pfälzerwald schützt vor übermäßigem Niederschlag

Quellenangabe

Besonderheit

  • James Suckling bewertete den 2019er Jahrgang mit 97 von 100 Punkten – eine der höchsten Bewertungen, die ein deutscher Chardonnay je erhalten hat. Ein weiterer Kritiker vergab 19 von 20 Punkten.
  • Spontangärung mit indigenen Hefen für maximale Terroirprägung und charakterliche Tiefe.
  • Einige der besten Lagen des Weinguts befinden sich geografisch auf französischem Boden (Elsass), sind jedoch weinbaurechtlich Teil Deutschlands – eine historische Besonderheit, die den Weinen eine grenzüberschreitende Charaktertiefe verleiht.
  • Fritz Becker (7. Generation) hat das Weißweinprogramm des Weinguts auf internationales Top-Niveau gehoben und damit die Linie seines Vaters Friedrich Becker, eines Pioniers für deutschen Spätburgunder, konsequent weitergeführt.

Quellenangabe

Sensorik

  • Aussehen/Farbe: Mittleres Goldgelb mit hellgrünen Reflexen; brillant und klar; mittlere Viskosität, das Glas gut benetzend
  • Duft/Nase: Eindringlich mineralisch-würzig mit dominanten Feuersteinaromen; Zitrusfrucht (Zitrone, Limette), reifer Pfirsich und feine Nussigkeit; subtile Röstnote und Vanille aus dem Barrique; mit Luft öffnet sich ein komplexes Bukett aus cremigen Schmelzaromen, feiner Holzwürze und blumigen Akzenten
  • Geschmack/Gaumen: Großartige Intensität und Kraft; druckvolle, präzise Säure mit elektrischer Spannung; cremige, saftige Textur mit schönem Schmelz; gelbe Früchte (Pfirsich, Mirabelle), intensive salzige Mineralität, feinste Nuss- und Holzwürzearomen; perfekt integrierte Frucht; mit Luft immer dichter und komplexer werdend; tiefgründig und facettenreich
  • Abgang/Länge: Extrem lang und samtig; anhaltende mineralisch-salzige Prägung; tiefgründiger Nachhall mit persistentem Mineral und feiner Nuss; außergewöhnliche Länge

Quellenangabe

Qualität

  • Komplexität: Sehr hoch – mehrschichtige Aromenwelt aus primären Fruchtaromen (Zitrus, Pfirsich), sekundären Vergärungsaromen und tertiären Ausbaunoten (Nuss, Vanille, Röstnote aus dem Barrique); ausgeprägte Terroirmineralität bildet das durchgehende Rückgrat
  • Ausgewogenheit (Balance): Ausgezeichnet – das Barrique ist nach 21 Monaten perfekt integriert; die Säure trägt den Wein elegant; Frucht, Holz und Mineralität stehen in harmonischer Spannung zueinander; kein einzelnes Element dominiert
  • Typizität: Für einen deutschen Chardonnay außergewöhnlich; der Stil ist klar an Burgund orientiert, zeigt aber das eigenständige Terroir der Südpfalz mit seinen Kalkmergel-Böden; repräsentiert mustergültig das Potenzial der Region für große Weißweine
  • Lagerpotential: Hoch – der ausgeprägte Barriqueausbau, die druckvolle Säure und die Terroirmineralität sichern eine langfristige Entwicklung; der 2019er ist aktuell auf einem sehr guten Niveau und wird sich in den kommenden Jahren noch weiter entfalten

Quellenangabe

Charakter

  • Präzise und tiefgründig – kein pompöser, breiter Holzchardonnay, sondern ein spannungsgeladener, fokussierter Wein mit mineralischem Rückgrat
  • Stark mineralisch geprägt – der Kalkmergelboden ist im Glas deutlich und charakteristisch spürbar; der Name „Mineral" ist Programm
  • Burgundisch in Stil und Anspruch, dabei mit der Kraft und Wärme der Südpfalz; erinnert in seiner Struktur an einen guten Meursault
  • Druckvolle Säure trifft cremigen Schmelz – eine beeindruckende innere Spannung, die den Wein lebendig und frisch hält
  • Entwicklungsfreudig und langlebig – öffnet sich mit Luft deutlich und zeigt am zweiten Tag eine neue, tiefere aromatische Dimension

Quellenangabe

Food Pairing

  • Gebratene Jakobsmuscheln mit brauner Butter und Kräutersud
  • Gedämpfter Steinbutt mit weißer Buttersauce und Kapernbeeren
  • Poulet de Bresse mit Morchel-Sahnesauce
  • Kalbsbries in Zitronenbutter mit Petersilienwurzel
  • Gratinierter Spargel mit Hollandaise
  • Reifer Comté (18 Monate) oder Beaufort d'Alpage
  • Gedämpfter Süßwasserfisch (Zander, Barsch) mit Dill und Sahne

Quellenangabe

Trinkfenster

Der 2019er Mineral Chardonnay befindet sich im Jahr 2026 in einem sehr guten Trinkkorridor und zeigt seine erste vollständige Reife. Spontangärung und 21-monatiger Barriqueausbau haben einen Wein mit beachtlichem Entwicklungspotenzial erzeugt. Der Höhepunkt wird voraussichtlich zwischen 2027 und 2033 liegen. Spätestens bis 2036 trinken.

Quellenangabe

Preis

Der typische Marktpreis liegt bei ca. 44 bis 50 Euro pro Flasche (0,75 l). Bei Mövenpick Wein war der 2019er Jahrgang für 45,90 Euro erhältlich. Der Durchschnittspreis auf Wine-Searcher liegt bei ca. 40 Euro (netto, ohne Steuern). Stand: Frühjahr 2026.

Quellenangabe