Der Morgon En Ruyère 2019 von Les Héritiers Saint-Genys ist ein außergewöhnlicher Beaujolais, der beweist, was Gamay auf allerhöchstem Niveau leisten kann. Mit burgundischer Präzision vinifiziert, zeigt er kühl-steinige Mineralik, tiefe Frucht und eine elegante Straffheit, die Blindverkoster regelmäßig an Premier oder Grand Cru aus Burgund denken lässt.
Bewertungen von 97/100 (Suckling) und 97+/100 (Lobenberg) unterstreichen das einzigartige Niveau. Absolute Empfehlung für alle, die Beaujolais jenseits des Charmeur-Klischees entdecken wollen – und für Burgundliebhaber, die Gamay noch nicht für voll genommen haben.
Was ist das für ein Wein?
- Name: Les Héritiers Saint-Genys - Beaujolais: Morgon En Ruyère
- Weingut: Les Héritiers Saint-Genys (Hauptsitz: Chassagne-Montrachet, Côte d'Or, Burgund)
- Klassifikation: Morgon AOC (Beaujolais Cru, einer der zehn Crus du Beaujolais)
- Jahrgang: 2019
- Weinart: Rotwein, trocken
- Alkohol: 13,0 % vol.
- Rebsorten: Gamay 100 %
- Weinausbau: Normale Vergärung im Holzcuve (keine Macération Carbonique), anschließend Ausbau in burgundischen Eichenholzfässern
Quellenangabe
Herkunft
- Kontinent: Europa
- Land: Frankreich
- Region: Beaujolais (südlichster Bereich des burgundischen Weingebiets)
- Appellation: Morgon AOC (Beaujolais Cru)
- Ort/Lage: En Ruyère (Einzelparzelle in Morgon)
Terroir
- Bodentyp: Granit als Untergestein, viel Alluvialkiesel über dem Granitfelsen, vulkanische Einflüsse
- Bodenbeschaffenheit: karg, steinig, gut drainiert; magerer Boden mit wenig Humusanteil
- Klima: gemäßigt-kontinental; 2019 war ein warmer, trockener und sonniger Jahrgang mit hervorragender Traubengesundheit und hoher Reife
- Exposition und Hangneigung: En Ruyère liegt etwas höher als die Nachbarparzelle Aux Charmes, leicht geneigter Hang
- Höhenlage: oberhalb von Aux Charmes (Aux Charmes liegt auf ca. 350 m ü. M., En Ruyère liegt nochmals höher)
- Besondere Einflussfaktoren: verwitterter Granitfels, der für Morgon typisch ist und dem Wein seine einzigartige Mineralität verleiht; der karge, steinige Boden fördert tiefe Verwurzelung und konzentrierte Frucht
Quellenangabe
Besonderheit
Les Héritiers Saint-Genys ist primär als Côte-d'Or-Domaine aus Chassagne-Montrachet bekannt und sitzt dort inmitten des renommierten Clos Saint-Jean. Im Beaujolais-Cru Morgon besitzt die Domaine zwei Einzelparzellen: En Ruyère und Aux Charmes. Vollständig anders als beim üblichen Beaujolais-Verfahren werden die Gamays hier wie feinste Pinot Noirs vinifiziert: normale Vergärung im Holzcuve, keinerlei Macération Carbonique, Ausbau in burgundischen Eichenholzfässern in den Kellern von Chassagne-Montrachet.
James Sucklings Chef-Verkoster Stuart Pigott attestiert diesen Weinen zurecht Grand-Cru-Burgunder-Format. Der En Ruyère 2019 wurde von Heiner Lobenberg mit 97+/100 und von James Suckling mit 97/100 bewertet – außergewöhnliche Wertungen für einen Beaujolais. In einer Blindprobe ist dieser Wein kaum von einem Pinot Noir von der Côte de Beaune oder der Côte Chalonnaise zu unterscheiden.
Quellenangabe
Sensorik
- Aussehen/Farbe: Tiefes, dunkles Rubinrot mit violetten Reflexen; mittlere bis hohe Farbintensität; gute Transparenz; jugendlich glänzend
- Duft/Nase: Kühl-steinig und dicht strukturiert mit feiner Mineralik; Aromen von warmem Asphalt, blauen Beeren, Maulbeere und Schlehe; florale Nuancen; komplex und noch sehr jugendlich
- Geschmack/Gaumen: Gewaltige Schubkraft aus Schwarzkirsche und Blaubeere; feinziselierte, lebhafte Säure, die den Wein wie marmoriert durchzieht; kraftvolle, reife Tannine mit feiner Textur; ein Hauch Vanille im Finish; trotz enormer Kraft wirkt der Wein elegant und feingliedrig
- Abgang/Länge: Sehr lang, mineralisch und samtig-elegant mit nachhaltigem Grip; von atemberaubender Länge
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Qualität
- Komplexität: Sehr hoch – der Wein zeigt mehrere Schichten aus Mineralik, dunklen Früchten, floralen Noten, Erde und einem Hauch Vanille; Grand-Cru-Burgunder-Format laut Fachkritik
- Ausgewogenheit (Balance): Hervorragend – die lebhafte Frischesäure, die kraftvollen Tannine, die reife Frucht und der Alkohol spielen harmonisch zusammen; kein Element dominiert trotz insgesamt enormer Kraft
- Typizität: Sehr hoch mit burgundischer Note – zeigt die für Morgon typische Kraft und Mineralik; die burgundische Vinifikation verleiht dem Wein eine Präzision und Finesse, die weit über das übliche Beaujolais-Niveau hinausgeht
- Lagerpotential: Sehr hoch – Trinkreife bis 2039 angegeben; der Wein hat das Potential, sich bis in die späten 2030er-Jahre positiv weiterzuentwickeln
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Charakter
- Kühl und steinig – ausgeprägte Mineralität ist das dominante Merkmal
- Kraftvoll und dabei von faszinierender Eleganz und Feingliedrigkeit – ein scheinbarer Widerspruch, der diesen Wein besonders macht
- Präzise und hochstrukturiert – eher der Wein für Burgundfreaks als für Freunde einer üppig-fruchtigen Beaujolais-Leichtigkeit
- In einer Blindprobe leicht mit einem Pinot Noir von der Côte de Beaune oder der Côte Chalonnaise zu verwechseln
- Meditativ und komplex – entfaltet sich mit Luft deutlich weiter
- Noch jugendlich und fest; braucht Zeit im Glas oder weitere Kellerreife
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Food Pairing
- Gebratenes Kalbsfilet mit Morcheln und Trüffeljus
- Entenbrust, rosa gebraten, mit Rotweinreduktion und Wildkräutern
- Rehrücken mit Wacholderbeeren und Schmorgemüse
- Lammrücken mit provenzalischen Kräutern und Rosmarinkartoffeln
- Reifer Époisses de Bourgogne oder kräftiger alter Comté
- Steinpilz-Risotto mit Parmesan und frischer Petersilie
Trinkfenster
Der Wein ist seit etwa 2022 trinkbereit und zeigt im Jahrgang 2019 eine erste, noch jugendliche Reife. Er braucht Zeit im Glas und entwickelt sich mit Luft deutlich weiter. Der Höhepunkt liegt voraussichtlich zwischen 2027 und 2034. Spätestens bis 2039 trinken.
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Preis
Der typische Marktpreis liegt bei ca. 28 bis 33 Euro pro Flasche (0,75 l, Stand: Frühjahr 2026). Bei Lobenbergs Gute Weine ist der 2019er Jahrgang für 33,00 Euro erhältlich. Das durchschnittliche Preisniveau laut Wine-Searcher beträgt ca. 28 Euro (exkl. Steuern).