Clos de la Coulée de Serrant

Clos de la Coulée de Serrant

Der Clos de la Coulée de Serrant 2013 von Nicolas Joly ist ein ikonischer, tiefgründiger Weißwein, der die Essenz biodynamischer Weinbauphilosophie und das Terroir von Savennières in kompromissloser Klarheit widerspiegelt. Mineralisch, präzise und von einer knackigen Säure getragen, braucht dieser Wein Zeit und Geduld – bietet dafür aber ein intellektuell faszinierendes Trinkerlebnis von außergewöhnlicher Komplexität und Langlebigkeit. Für Kenner des Chenin Blanc und Sammler seltener Terroir-Weine ist dieser Jahrgang eine klare Empfehlung.

Hasenscore: 95


Eine Rakete ist keine Bombe!

Was ist das für ein Wein?

  • Name: Clos de la Coulée de Serrant
  • Weingut: Vignobles de la Coulée de Serrant (Famille Joly)
  • Klassifikation: AOC Savennières-Coulée-de-Serrant (Monopole – eigene Appellation)
  • Jahrgang: 2013
  • Weinart: Weißwein, trocken
  • Alkohol: ca. 13,5–14,5 % vol. (kühler Jahrgang 2013; jahrgangsbedingt variierend)
  • Rebsorten: Chenin Blanc (100 %)
  • Weinausbau: Spontangärung mit Wildhefen; 12 Monate Reifung in gebrauchten Eichenholzfässern

Quellenangabe

Herkunft

  • Kontinent: Europa
  • Land: Frankreich
  • Region: Loire-Tal
  • Teilregion: Anjou-Saumur
  • Appellation: AOC Savennières-Coulée-de-Serrant (Monopole)
  • Ort: Savennières, nördliches Ufer der Loire, Département Maine-et-Loire

Terroir

  • Bodentyp: Schiefer (Schist) durchsetzt mit Quarz-Einlagerungen
  • Bodenbeschaffenheit: Felsig, flachwürzig, gut drainiert, verwittertes Ausgangsgestein an der Oberfläche
  • Klima: Ozeanisch mit kontinentalen Einflüssen; mild, aber frischer als viele andere Weinregionen Frankreichs; die Loire selbst wirkt ausgleichend auf das Mikroklima
  • Exposition: Ausgeprägte Südexposition auf steilen Hängen – optimale Sonneneinstrahlung und Wärmespeicherung im Schiefer
  • Höhenlage: Gering, Loire-Tal-Niveau (ca. 20–80 m ü. M.)
  • Besondere Einflussfaktoren: Direkte Flussnähe zur Loire mit thermischem Ausgleich; Schutz durch die Hanglage vor kalten Nordwinden; hohe Wasserdurchlässigkeit des Schieferbodens fördert Trockenstress und Wurzeltiefe

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Besonderheit

  • Der Clos de la Coulée de Serrant ist eines der wenigen Einzelgüter weltweit, das als Monopole eine eigene AOC trägt – vergleichbar mit Romanée-Conti, La Tâche und Château-Grillet.
  • Nicolas Joly gilt als einer der bedeutendsten Pioniere und Wegbereiter der biodynamischen Weinwirtschaft weltweit. Seit 1981 wird das gesamte Gut biodynamisch bewirtschaftet. Er ist Mitgründer der Vereinigung Renaissance des Appellations (Return to Terroir), die international zertifizierte biodynamische Produzenten zusammenbringt.
  • Die Weinberge wurden bereits 1130 von Zisterzienser-Mönchen angelegt und sind seitdem ununterbrochen bestockt.
  • Die Jahresproduktion beträgt lediglich 20.000 bis 25.000 Flaschen auf 7 Hektar Rebfläche – das macht den Wein zu einem begehrten Sammlerobjekt.
  • Nicolas Joly bezeichnet sich selbst nicht als Winzer, sondern als „Assistent der Natur" – ein Ausdruck seiner Haltung, den Wein so wenig wie möglich zu beeinflussen und den Boden sprechen zu lassen.

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Sensorik

  • Aussehen/Farbe: Tiefes Goldgelb mit leicht grünlichen Reflexen; mittlere bis gute Intensität, klar und leuchtend; erkennbare Viskosität am Glas
  • Duft/Nase: Komplex und vielschichtig – reife gelbe Frucht (Aprikose, Quitte, Mirabelle), unterlegt von Bienenwachs, Lanolin und Kamille; feine oxidative Anklänge (charakteristisch für Jolys nicht-interventionistischen Stil mit Wildhefen), mineralische Schieferwürze, Zitronenabrieb, Akazienhonig und dezente Röstaromen aus dem Holzausbau; der Wein öffnet sich markant nach mehreren Stunden Dekantierung
  • Geschmack/Gaumen: Vollmundig, mit lebhafter, präziser Säure als tragendes Gerüst; trocken und straff; mineralische Salzigkeit, die an nassen Schiefer erinnert; mittlere Fruchttiefe (gelbe Birne, Zitrusschale, Pampelmuse); leichte Bitternote im Mittelteil; texturreich und cremig; für den kühleren Jahrgang 2013 charakteristisch eher schlank und linear als üppig
  • Abgang/Länge: Lang bis sehr lang; mineralisch-salzig mit zitrusfrischer Kante; klingt mit angenehmer Straffheit und Würze aus, die auf das ausgeprägte Lagerpotential verweist

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Qualität

  • Komplexität: Sehr hoch – der Wein zeigt ein breites Aromenspektrum über Frucht-, Mineral- und tertiäre Ebenen, das sich mit jeder Stunde nach dem Öffnen weiter entfaltet; ein Wein für mehrere Tage im Glas
  • Ausgewogenheit (Balance): Sehr gut – Säure, Alkohol, Mineralität und Frucht greifen harmonisch ineinander; der Jahrgang 2013 zeigt eine elegantere, schlankere Balance als vollere Jahrgänge wie 1999 oder 1996
  • Typizität: Herausragend – der Wein repräsentiert die Essenz von Savennières und Chenin Blanc in ihrer reinsten Form, verstärkt durch die kompromisslose biodynamische Bewirtschaftung ohne Einsatz von Zuchthefen oder Korrekturmaßnahmen
  • Lagerpotential: Sehr hoch – typische Lagerfähigkeit von 20 bis 30 Jahren oder mehr; der 2013er befindet sich im Jahr 2026 noch in einer frühen bis mittleren Entwicklungsphase

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Charakter

  • Introvertiert und meditativ – dieser Wein braucht Zeit und viel Luft, um sich vollständig zu öffnen; Nicolas Joly empfiehlt, ihn über mehrere Tage im geöffneten Glas zu genießen
  • Mineralisch und tektonisch – weniger ein Fruchtwein als ein Gesteins- und Bodenwein, bei dem der Schiefer des Untergrundes direkt im Glas zu sprechen scheint
  • Kompromissloser Terroir-Ausdruck – kein Eingriff, keine Korrektur; das Ergebnis ist ein Wein von großer Individualität, der nicht jedem Gaumen sofort zugänglich ist
  • Unkonventionell und polarisierend – die leicht oxidativen Noten und die Eigenart der Wildhefen können für ungeübte Gaumen überraschend bis fremd wirken; für Kenner jedoch sind sie das Markenzeichen des Gutes
  • Philosophisch und zeitlos – ein Wein, der im Glas eine Geschichte von fast 900 Jahren Weinbaukultur trägt und die Grenzen zwischen Natur und Kellerwirtschaft bewusst aufhebt

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Food Pairing

  • Kalbsbries mit frischen Morcheln und Sahne-Buttersauce
  • Gebratener Zander oder Steinbutt mit Beurre blanc (Weißwein-Buttersauce)
  • Hecht in Kräuter-Sahnesauce
  • Foie gras en terrine, leicht gekühlt serviert
  • Gereifter Comté (mindestens 24 Monate) oder reifer Beaufort d'Alpage
  • Risotto mit weißem Trüffel und Parmesan
  • Languste oder Hummer mit Krustentierbutter und frischen Kräutern
  • Jakobsmuscheln auf Erbsenpüree mit Trüffelöl

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Trinkfenster

Der Clos de la Coulée de Serrant 2013 befindet sich im Jahr 2026 noch in einer Phase früher bis mittlerer Reife. Der Wein zeigt erste Komplexität, ist strukturell jedoch noch sehr straff und zurückhaltend. Aktuell empfiehlt sich eine mehrere Stunden lange Dekantierung vor dem Servieren; erfahrene Kenner öffnen den Wein einen Tag vor dem Trinken. Der Höhepunkt der Entwicklung wird voraussichtlich zwischen 2028 und 2038 liegen. Spätestens bis 2048 trinken.

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Preis

Der typische Marktpreis liegt bei ca. 75 bis 200 Euro pro Flasche (0,75 l), abhängig von Händler, Land und Lagerung. Im internationalen Durchschnitt notiert Wine-Searcher den 2013er aktuell bei ca. 192 Euro pro Flasche (Stand: August 2026). Bei spezialisierten deutschen Fachhändlern ist der Wein, sofern verfügbar, ab ca. 90 Euro erhältlich.

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