Michel Tardieu Condrieu Vieilles Vignes

Michel Tardieu Condrieu Vieilles Vignes

Der Tardieu-Laurent Condrieu Vieilles Vignes 2023 ist ein prächtiger Repräsentant dieser seltenen Appellation: üppig, aromatisch eindringlich und von bemerkenswerter Tiefe. Das Vieilles-Vignes-Selektion aus alten Rebstöcken verbindet sich mit dem sorgfältigen Barrique-Ausbau von Tardieu-Laurent zu einem Weißwein, der sowohl unmittelbaren Genuss als auch nachdenkliche Komplexität bietet. Für Liebhaber aromatisch reicher, charakterstarker Weißweine eine klare Empfehlung.

Hasenscore: 95


Eine Rakete ist keine Bombe!

Was ist das für ein Wein?

  • Name: Tardieu-Laurent Condrieu Vieilles Vignes
  • Weingut: Tardieu-Laurent (Maison de Négoce, Luberon)
  • Klassifikation: AOC Condrieu
  • Jahrgang: 2023
  • Weinart: Weißwein
  • Alkohol: 13,5 %
  • Rebsorten: Viognier (100 %)
  • Weinausbau: Vergärung und Reifung auf der Feinhefe in Barrique (neuen und gebrauchten Eichenfässern), ca. 12 Monate

Quellenangabe

Herkunft

  • Kontinent: Europa
  • Land: Frankreich
  • Region: Rhônetal (Vallée du Rhône)
  • Teilregion: Nördliche Rhône
  • Appellation: Condrieu AOC (anerkannt seit 1940)
  • Lage: Westliches Rhône-Ufer, südlich von Vienne, Département Rhône und Ardèche

Terroir

  • Bodentyp: Gneis als vorherrschende Gesteinsart, mit granitischen Anteilen sowie lokal vorkommender Arzelle (zersetzter Kreide, Feuerstein und Glimmer)
  • Bodenbeschaffenheit: Steinig, flachgründig und sehr gut drainiert auf steilen Terrassenlagen; dunkles Gestein speichert die Tageswärme und gibt sie nachts an die Reben zurück
  • Klima: Kontinental mit heißen, trockenen Sommern und kalten, feuchten Wintern; ausgeprägte Temperaturamplitude zwischen Tag und Nacht fördert die Aromaentwicklung
  • Exposition: Süd- bis Südostausrichtung auf steilen Hängen am rechten Rhône-Ufer; optimale Sonnenexposition in den kühleren Wachstumsphasen
  • Besondere Einflussfaktoren: Wärmespeicherung des dunklen Gneisbodens; die Nähe zum Fluss mildert Temperaturschwankungen; natürliche Hanglagen bieten Schutz vor den kräftigen nördlichen Winden (Mistral)

Quellenangabe

Besonderheit

Die Bezeichnung Vieilles Vignes weist auf alte Rebstöcke hin, die tiefere Wurzeln entwickelt haben und deutlich geringere Erträge liefern als jüngere Reben. Dies führt zu einer spürbaren Konzentration der Aromen und einer größeren Tiefe im fertigen Wein. Condrieu gehört zu den seltensten und begehrtesten Weißwein-Appellationen Frankreichs: Die Gesamtrebfläche der Appellation umfasst lediglich rund 202 Hektar, aus denen jährlich nur etwa 30.000 Kisten produziert werden. Tardieu-Laurent zählt zu den renommiertesten Maisons de Négoce der Rhône und ist bekannt für die sorgfältige Selektion bester Parzellen sowie einen sorgfältigen, an Burgund orientierten Kellerausbau. Der Jahrgang 2023 von Tardieu-Laurent Condrieu Vieilles Vignes wurde auf Vivino in der Liste der aktuell besten 25 Condrieu-Weine der Nördlichen Rhône geführt.

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Sensorik

  • Aussehen/Farbe: Sattes Goldgelb mit zarten grünlichen Reflexen; mittlere bis hohe Farbintensität; ölig-viskose Textur im Glas, die auf die Fülle des Viogniers hinweist
  • Duft/Nase: Üppiges, vielschichtiges Bouquet aus reifen weißen Pfirsichen, Aprikosen und Birnen als Primärfrucht; ergänzt durch florale Noten von Akazie und Holunderblüte; dazu Honig, Ingwer und eine feine mineralische Tiefe; im Hintergrund dezente Vanille, Buttergebäck und Toast als Zeugnis des Barriquereifung
  • Geschmack/Gaumen: Vollmundig und cremig mit einem eleganten Eindruck von Fruchtsüße, ohne tatsächlich süß zu sein; reife Aprikose und weißer Pfirsich dominieren das Gaumenspiel; mittlere, gut integrierte Säure; samtweiche, ölige Textur mit einem mineralischen Unterton, der an den Gneis des Terroirs erinnert
  • Abgang/Länge: Lang bis sehr lang, warm und anhaltend; Noten von Honig, weißem Pfirsich und feiner Mineralik klingen nach; der Abgang unterstreicht die Tiefe und Klasse des Vieilles-Vignes-Selekts

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Qualität

  • Komplexität: Hoch – das vielschichtige Aromenspiel aus reifen Steinfrüchten, floralen Noten, Honig und Mineralik sowie der nuancierte Holzausbau zeigen den Mehrwert alter Reben und sorgsamer Vinifikation
  • Ausgewogenheit (Balance): Gut – die für Viognier typisch niedrige Säure wird durch die Konzentration aus den Vieilles-Vignes-Trauben und die cremige Textur des Barriquereifung gut aufgefangen; kein übermäßig schwerer oder flabbiger Eindruck
  • Typizität: Sehr hoch – ein klassischer Vertreter des Condrieu-Stils mit dem aromatischen Reichtum des Viogniers; der Terroir-Ausdruck des Gneisbodens ist als mineralische Tiefe deutlich spürbar
  • Lagerpotential: Mittel – 4 bis 8 Jahre ab Ernte; optimale Entwicklung zwischen 2026 und 2030, danach können Primärfrucht und aromatische Frische merklich nachlassen

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Charakter

  • Üppig und dabei von überraschender Eleganz und Präzision
  • Aromatisch durchdringend und reich, ohne schwerfällig oder überladen zu wirken
  • Mineralisch-tiefgründig mit einem deutlichen und authentischen Terroir-Ausdruck
  • Entwickelt sich mit Belüftung stark im Glas – ein lohnender Dekantierkanidat
  • Meditativ und komplex – kein alltäglicher Weißwein, sondern ein Wein der Kontemplation
  • Aristokratisch wirkend mit einem seidigen, lang anhaltenden, warmen Finale

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Food Pairing

  • Gebratener Steinbutt mit Safran-Buttersauce und Kapernbutter
  • Jakobsmuscheln auf Pfirsich-Ingwer-Vinaigrette mit Meersalzflocken
  • Blanquette de Veau mit frischen Morcheln und Safran
  • Gegrilltes Maishähnchen mit Estragon-Rahmsauce und weißem Spargel
  • Weißer Spargel mit Sauce hollandaise und getrüffeltem Lachsschinken
  • Cremiger Brie de Meaux oder frischer Ziegenkäse mit Honig und Walnüssen

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Trinkfenster

Der Wein ist aktuell bereits sehr gut trinkbar und zeigt den vollen aromatischen Ausdruck eines jungen, reifen Condrieu mit üppiger Primärfrucht und blumigem Bouquet. Den Höhepunkt wird der Wein voraussichtlich zwischen 2026 und 2029 erreichen, wenn sich Fruchtfülle, Mineralik und der Holzausbau optimal harmonisiert haben. Spätestens bis 2031 trinken, da Frische und Primärfrucht danach merklich nachlassen können.

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Preis

Der typische Marktpreis liegt bei ca. 50 bis 60 Euro pro Flasche (Stand: Frühjahr 2026). Die 2022er Abfüllung ist aktuell ab rund 54 Euro erhältlich; der Jahrgang 2023 dürfte sich in einem vergleichbaren Preissegment bewegen.

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