Trediberri Barolo del Comune di La Morra

Trediberri Barolo del Comune di La Morra Piemont Italien 94+ Bewertung

Trediberri Barolo del Comune di La Morra

Trediberri gehört zu den aufregendsten Nachwuchsadressen im gesamten Barolo-Gebiet: Nicola und Stefania Oberta vereinen mit dem Barolo del Comune di La Morra die kühle Mineralität ihrer Hochlage Berri mit der samtig-fruchtigen Tiefe der über 60-jährigen Reben aus Rocche dell'Annunziata zu einem Wein von faszinierender Eleganz. Der Stil ist bewusst finesseorientiert – präzise, transparent, aristokratisch – und erinnert mehr an die grossen Burgunder als an kraftbetonte Barolo-Klischees.

Für Liebhaber eleganter, lagerfähiger Nebbiolo-Weine mit Tiefgang und Herkunftsausdruck ist dieser Wein eine absolute Empfehlung.

Hasenscore: 94+


Eine Ente ist kein Schwan,
geht aber auch nicht unter!

Was ist das für ein Wein?

  • Name: Trediberri Barolo del Comune di La Morra
  • Weingut: Trediberri (Nicola und Stefania Oberta), La Morra, Piemont
  • Klassifikation: Barolo DOCG, Menzione Geografica Aggiuntiva (MGA) Comune di La Morra
  • Jahrgang: 2023
  • Weinart: Rotwein, trocken
  • Alkohol: 14,5 % vol.
  • Rebsorten: Nebbiolo 100 %
  • Weinausbau: Gärung in Betontanks über 2–3 Wochen; Reifung in grossen Slavonischen Holz-Botti (2.500 und 5.000 Liter); Gesamtausbauzeit mind. 38 Monate gemäss Barolo-DOCG-Vorschrift

Quellenangabe

Herkunft

  • Kontinent: Europa
  • Land: Italien
  • Region: Piemont (Piemonte)
  • Subregion: Langhe
  • Appellation: Barolo DOCG
  • Gemeinde / MGA: La Morra – Crus Berri und Rocche dell'Annunziata

Quellenangabe

Terroir

  • Bodentyp Berri: Kreide und Kalkstein (Helvetien-Schichten), hochmineralisch und salzig, extremes Finessse-Terroir vergleichbar mit den besten Burgundlagen
  • Bodentyp Rocche dell'Annunziata: Kalkreicher Lehm (Tortonian), tiefgründig, gutes Wasserhaltevermögen, strukturreich
  • Bodenbeschaffenheit Berri: Gut drainiert, steinig, wenig organische Masse – bedingt extrem geringe Erträge von unter 40 hl/ha
  • Klima: Kontinental mit starken Temperaturunterschieden zwischen Tag und Nacht; Berri deutlich kühler (Cool-Climate-Charakter), Rocche mit wärmerem Südexpositions-Mikroklima
  • Exposition und Hangneigung Berri: Höhenlage 350–420 m ü. M., verschiedene Expositionen, kühle Reifebedingungen, Spätreife
  • Exposition und Hangneigung Rocche dell'Annunziata: Südost- bis Südwestexposition, Amphitheater-Form, 240–280 m ü. M., warmes Mikroklima, vollständige Südexposition durch den Tagesverlauf
  • Pflanzendichte Berri: Bis zu 8.000 Pflanzen pro Hektar – aussergewöhnlich hoch für die Region
  • Rebstock-Alter Rocche dell'Annunziata: Gepflanzt überwiegend 1961 (über 60-jährige Reben), Teile von 1951 und 1989
  • Besondere Einflussfaktoren: Biologisch-biodynamische Bewirtschaftung seit Anbeginn; keine Pestizide, Herbizide oder Kunstdünger auf historisch ungespritzte Böden; direkte Nähe zu Roberto Voerzio (angrenzende Parzelle)

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Besonderheit

  • Trediberri gilt als eines der aufregendsten Nachwuchsweingüter im Langhe. Nicola Oberta und seine Frau Stefania gaben Karrieren im Londoner Finanzsektor auf, um 2009 in La Morra ein kompromisslos biologisch bewirtschaftetes Weingut aufzubauen.
  • Das Weingut verfügt über zwei der renommiertesten Parzellen der gesamten Barolo-Zone: die Hochlage Berri (350–420 m, Kreide- und Kalksteinboden, Selection Massale, bis zu 8.000 Pflanzen/ha) sowie die Prestige-Lage Rocche dell'Annunziata (240–280 m, Rebstöcke von 1961), direkt benachbart zur Parzelle von Roberto Voerzio und unterhalb jener von Bartolo Mascarello.
  • Der Barolo del Comune di La Morra ist ein Blend beider Crus und wird ausschliesslich in Jahrgängen abgefüllt, in denen eine separate Abfüllung qualitativ nicht gerechtfertigt ist – ein finanziell grosses Zugeständnis, das von der kompromisslosen Qualitätsorientierung des Hauses zeugt.
  • Die Bewirtschaftung erfolgt vollständig biologisch-biodynamisch, ohne Pestizide, Herbizide oder Kunstdünger.

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Sensorik

  • Aussehen / Farbe: Mittleres, leuchtendes Rubinrot mit einem zarten Hauch Orange am Rand; mittlere Farbintensität, klar und transparent; typisch für eleganten La-Morra-Stil und junges Reifestadium
  • Duft / Nase: Kirsche, Himbeere und getrocknete rote Früchte bilden den Kern; dazu Veilchen und getrocknete Rosenblüten; charakteristische Nebbiolo-Aromen von Teer, Lakritze und leichtem Leder; mineralisch-salzige Untertöne als Ausdruck der Kalksteinböden; ätherische Kräuterwürze (Eisenkraut) und ein Hauch Tabak
  • Geschmack / Gaumen: Mittlerer Körper, lebendige Säure, feinkörnige bis seidig-geschliffene Tannine; frische Rotfrucht (Kirsche, Erdbeere, Hagebutte) mit mineralischer Präzision; saftig und ausdrucksstark; kein Übergewicht an Holz dank der grossen Botti; grosse Harmonie zwischen Frucht, Struktur und Mineralität
  • Abgang / Länge: Lang bis sehr lang, mineralisch-salzig, mit einem anhaltenden Nachhall von roter Frucht und Lakritze; sehr delikate Tannine im Finish; klassische Nebbiolo-Länge

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Qualität

  • Komplexität: Sehr hoch. Trediberri vereint in diesem Blend zwei völlig unterschiedliche Cru-Charaktere: die kühle, mineralisch-präzise Frische von Berri mit der samtig-fruchtintensiven Tiefe der alten Reben aus Rocche dell'Annunziata. Das Ergebnis ist ein Wein von ausserordentlicher Vielschichtigkeit.
  • Ausgewogenheit (Balance): Sehr gut. Die housekeeping-Entscheidung, beide Lagen zu blenden, dient bewusst der Balance – der Wein ist weder zu kühl und verhalten noch zu opulent und breit. Säure, Tannin und Frucht befinden sich in ausgeprägter Harmonie.
  • Typizität: Sehr hoch. Klassischer La-Morra-Charakter: eher elegant und finesseorientiert als massiv und tanninbetont; für Kenner ein unverwechselbares Abbild seiner Herkunft.
  • Lagerpotenzial: Sehr gut, 20 bis 30 Jahre. Die Kombination aus hoher Säure, feinem Tanningerüst und mineralischer Tiefe sichert eine sehr lange Entwicklungskurve.

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Charakter

  • Elegant und aristokratisch – eher Chambolle-Musigny als Serralunga
  • Filigran und präzise, ohne jede Schwere oder Überreife
  • Kühl-mineralischer Grundton als Ausdruck der Kalksteinböden aus Berri
  • Tänzelnde, schwebende Rotfrucht – lebendig und saftig zugleich
  • Samtige Tannine von ausserordentlicher Feinheit; sehr früh zugänglich für einen Barolo
  • Entwickelt sich über Stunden im Glas weiter und entfaltet zunehmende Tiefe
  • Meditativ und komplex; kein Showwein, sondern ein Denkerwein

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Food Pairing

  • Piemontesisches Bollito misto (gemischtes Siedfleisch) mit Salsa verde und Bagnèt ross
  • Risotto ai funghi porcini mit Parmigiano Reggiano
  • Tajarin (piemontesische Eiertagliatelle) mit Fleischragù oder weissem Trüffel aus Alba
  • Geschmorte Kalbsbacken (Brasato al Barolo)
  • Gegrilltes Lammkotelett mit Rosmarin und Knoblauch
  • Reifer Castelmagno oder Parmigiano Reggiano (min. 36 Monate)
  • Wildragù (Reh, Hirsch) mit Polenta

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Trinkfenster

Der Höhepunkt liegt voraussichtlich zwischen 2030 und 2040. Bis mindestens 2045 sollte dieser Wein problemlos entwicklungsfähig bleiben. Wer früh trinken möchte, sollte den Wein mindestens 2–3 Stunden vorher dekantieren.

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Preis

Der typische Marktpreis liegt bei ca. 40 bis 55 Euro pro Flasche (0,75 l). Dieser Wert orientiert sich an den aktuell verfügbaren Vorjahrgängen (2022: ca. 40 Euro bei Lobenbergs Gute Weine und ca. 42 Euro bei anderen Händlern) (Stand: September 2026).

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