Weinberghof Fritsch Tausendweiss

Weinberghof Fritsch Tausendweiss

Der Tausendweiss 2022 von Weinberghof Fritsch ist ein außergewöhnliches, hochlimitiertes Projekt aus dem Wagram: eine präzise und tiefgründige Cuvée aus Chardonnay und Weißburgunder mit 36 Monaten Barrique-Ausbau und konsequent biologisch-dynamischer Bewirtschaftung. Der Wein verbindet österreichische Terroir-Eigenart mit internationalem Weinbauhandwerk auf höchstem Niveau – und das bei 95 von 100 Kritikerpunkten im Schnitt. Eine absolute Empfehlung für Liebhaber reifer, komplexer Weißweine mit nachgewiesenem Lagerungspotential.

Hasenscore: 94+


Eine Ente ist kein Schwan,
geht aber auch nicht unter!

Was ist das für ein Wein?

  • Name: Weinberghof Fritsch, Tausendweiss
  • Weingut: Weinberghof Fritsch GmbH (Kooperation Karl Fritsch und Guido Gottwald), Oberstockstall, Niederösterreich
  • Klassifikation: Mitgliedsweingut der ÖTW (Österreichische Traditionsweingüter); biologisch-dynamisch zertifiziert (respekt-biodyn, AT-BIO-402)
  • Jahrgang: 2022
  • Weinart: Weißwein, trocken
  • Alkohol: 12,5 Vol.-%
  • Rebsorten: Chardonnay (75 %), Weißburgunder (25 %)
  • Weinausbau: Gebrauchtes Doppelbarrique, 36 Monate

Quellenangabe

Herkunft

  • Kontinent: Europa
  • Land: Österreich
  • Bundesland: Niederösterreich
  • Region: Wagram (DAC)
  • Ort: Oberstockstall, Gemeinde Kirchberg am Wagram

Terroir

  • Bodentyp: Tiefer Lössboden, charakteristisch für die Wagram-Region
  • Bodenbeschaffenheit: Tiefgründig, feinkörnig, sehr wasserspeicherfähig und zugleich gut drainiert; der Löss kann mehrere Meter tief reichen
  • Klima: Pannonisch-kontinental mit heißen Sommern, trockenen Herbsten und kalten Wintern; geringe Jahresniederschläge begünstigen die Weinreife
  • Exposition: Süd- bis Südostlagen auf dem Lössplateau oberhalb der Donau-Terrasse
  • Altitude: Circa 200 bis 350 Meter über dem Meeresspiegel
  • Besondere Einflussfaktoren: Die charakteristische Wagram-Kante (steil abfallende Lössterrasse) schützt die Weinberge vor kalten Nordwinden; die Nähe zur Donau bewirkt ausgleichende Temperatureinflüsse mit kühlen Nächten, die die Säure der Trauben erhalten

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Besonderheit

  • Der Tausendweiss ist eine auf jährlich genau 1.000 Flaschen limitierte Cuvée – der Name ist zugleich Programm und Produktionsmenge.
  • Der Wein entsteht als Kooperationsprojekt zwischen Karl Fritsch (Weinberghof Fritsch) und Guido Gottwald; diese Zusammenarbeit verleiht ihm eine eigenständige Handschrift.
  • Die Bewirtschaftung der Weinberge erfolgt nach biologisch-dynamischen Grundsätzen und ist durch respekt-biodyn sowie AT-BIO-402 offiziell zertifiziert.
  • Die Vinifikation beinhaltet eine Spontangärung ohne den Einsatz von Kulturhefen.
  • Mit 36 Monaten Lagerung im gebrauchten Doppelbarrique ist der Ausbau für österreichische Weißweine außergewöhnlich lang und verleiht dem Wein eine besondere Tiefe und Reifekomplexität.

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Sensorik

  • Aussehen/Farbe: Helles Goldgelb mit grünen Reflexen; klares, brillantes Erscheinungsbild mit mittlerer Intensität; gute Viskosität deutet auf Substanz im Wein hin
  • Duft/Nase: Vielschichtiges, komplexes Bukett; weiße Fruchtnuancen (Pfirsich, Birne, reifer Apfel) stehen im Vordergrund; zarte Tropenfrüchte und Mandarine bilden einen exotischen Hintergrund; ein Hauch von Feuerstein und feiner Mineralität sowie dezente Holzwürze aus dem langen Barrique-Ausbau; Hefe- und Butternoten als Ausdruck der Spontangärung
  • Geschmack/Gaumen: Saftig und komplex; feine, gut eingebundene Frucht mit Tiefgang; lebendiger, straffer Säurebogen verleiht Spannung und Frische trotz des langen Holzausbaus; mittlerer bis voller Körper; geschmeidige, cremige Textur; die 36 Monate im Doppelbarrique prägen den Stil spürbar, ohne den Wein zu dominieren; großer Schliff und erkennbare Jugendlichkeit
  • Abgang/Länge: Lang und anhaltend; feine Steinobstnuancen und mineralische Noten im Nachhall; der Abgang bestätigt die jugendliche Energie des Weins und lässt weiteres Entwicklungspotential erkennen

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Qualität

  • Komplexität: Sehr hoch. Die Kombination aus Spontangärung, 36-monatigem Barrique-Ausbau und biologisch-dynamischer Bewirtschaftung erzeugt ein vielschichtiges Profil mit primären Fruchtnoten, sekundären Hefe- und Butternoten sowie tertiären Holz- und Oxydationsnuancen.
  • Ausgewogenheit (Balance): Sehr gut. Trotz des langen Holzausbaus sind Säure, Frucht und Alkohol harmonisch integriert. Die Assemblage aus Chardonnay und Weißburgunder ergänzt sich stilistisch überzeugend – der Chardonnay gibt Substanz und Fülle, der Weißburgunder Frische und Finesse.
  • Typizität: Überdurchschnittlich. Der Wein drückt den Wagram-Charakter über Mineralität und lebendige Säure aus; der internationale Rebsortenstil wird durch die Terroir-Eigenart des tiefen Lössbodens moduliert und geerdet.
  • Lagerpotential: Hoch. Der straffe Säurebogen, die Konzentration und die Jugendlichkeit des Weins sprechen für eine Lagerung von noch mindestens 5 bis 8 weiteren Jahren. Kritiker-Durchschnittswertung laut Wine-Searcher: 95 von 100 Punkten.

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Charakter

  • Präzise und tiefgründig: Der Tausendweiss ist kein lauter, opulenter Wein, sondern ein nachdenklicher – er zeigt Tiefe ohne Schwergewichtigkeit.
  • Von großer Jugendlichkeit: Trotz 36 Monaten Fasslagerung wirkt der 2022er noch frisch und unentfaltet; er braucht Zeit im Glas und auf der Flasche.
  • Kraft mit Schliff: Eine Verbindung aus mineralischer Klarheit und cremiger Fülle, geformt durch den außergewöhnlich langen Holzausbau und die biologisch-dynamische Bewirtschaftung.
  • Meditativ und komplex: Kein Wein für den schnellen Trinkgenuss, sondern für die ruhige, aufmerksame Auseinandersetzung im Glas.
  • Kollaborativer Geist: Die Zusammenarbeit zweier eigenständiger Winzer bringt eine Handschrift hervor, die sich von klassischen Einzellagen-Weinen bewusst unterscheidet.

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Food Pairing

  • Gebratenes Kalbsbries mit Morcheln und brauner Butter
  • Pochierter Hummer mit Safranschaum und Butterspinat
  • Jakobsmuscheln mit karamellisiertem Fenchel und Estragonbutter
  • Gebratener Steinbutt mit Beurre blanc und Kapernäpfeln
  • Cremiger Risotto mit weißem Trüffel oder Morcheln
  • Gegrillte Langustinen mit Kräuterbutter und Meersalz
  • Reife Weichkäse wie Époisses de Bourgogne oder Brie de Meaux

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Trinkfenster

Der Wein ist aktuell (Stand: Sommer 2026) bereits sehr gut trinkbar und zeigt erste Reife, wirkt aber noch von großer Jugendlichkeit und Frische. Der Höhepunkt der Entwicklung wird voraussichtlich zwischen 2027 und 2030 liegen, wenn sich die Holzwürze vollständig integriert hat und die Frucht an Tiefe und Harmonie gewonnen hat. Spätestens bis 2032 trinken.

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Preis

Der typische Marktpreis liegt bei ca. 65 bis 70 Euro pro Flasche (0,75 l), Stand: Sommer 2026. Als auf 1.000 Flaschen pro Jahrgang limitierte Cuvée ist die Verfügbarkeit gering und der Wein entsprechend schwer zu erhalten.

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