Der Bernardo Estevez Chans e Lus Planeta 2022 ist ein außergewöhnliches Weinwunder aus dem südlichen Ribeiro: ätherisch leicht, duftstark und von seidiger Eleganz, die den Vergleich mit großen Burgunder-Pinots nicht zu scheuen braucht. Mit nur 12 % Alkohol, silkigen Tanninen und einem parfümierten Bouquet aus Veilchen, Waldfrüchten, Kräutern und Rauch verkörpert dieser Wein eine seltene Reinheit und Terroir-Identität, die in Spanien ihresgleichen sucht.
Als einziger Wein des Schwierigkeitsjahrgangs 2022 – entstanden aus den wenigen, vor dem Mehltau geretteten Trauben – und mit einer Auflage von lediglich 1.300 Flaschen ist er nicht nur handwerklich bedeutsam, sondern auch eine der bewegendsten Entdeckungen aus dem atlantischen Spanien. Absolute Trinkempfehlung für Liebhaber filigraner, terroirgetreuer Rotweine mit Tiefgang und Seele.
Was ist das für ein Wein?
- Name: Bernardo Estevez Chans e Lus Planeta
- Weingut: Bernardo Estevez
- Klassifikation: DO Ribeiro
- Jahrgang: 2022
- Weinart: Rotwein, trocken
- Alkohol: 12,0 % Vol.
- Rebsorten: Gemischter Satz aus überwiegend roten autochthonen Sorten – Caíño da Terra (dominant), Caíño Longo, Caíño Bravo, Caíño Redondo, Carabuneira, Ferrol, Espadeiro, Corbellón, Tinta Amarela, Brancellao, Souson – sowie einem kleinen Anteil weißer autochthoner Rebsorten aus denselben Weinbergen
- Weinausbau: Ernte im Oktober; Entrappt und mit Füßen eingemaischt; Mazerationszeit ca. 1,5 Tage, dann Pressung; spontane Gärung; Ausbau 10 Monate in gebrauchten 300- und 600-Liter-Tonneaux; anschließend weitere 12 Monate Flaschenlager vor der Auslieferung; Abfüllung nahezu schwefelfrei
Quellenangabe
Herkunft
- Kontinent: Europa
- Land: Spanien
- Provinz: Galicien (Galicia)
- Region: DO Ribeiro
- Teilregion: Südliches Ribeiro, Grenzgebiet zu Portugal
- Ort: Arnoia
Terroir
- Bodentyp: Granitschiefer bis Kalkstein, je nach Sub-Zone unterschiedlich; die Reben stehen auf Kalkstein-Unterlagen
- Bodenbeschaffenheit: Wechselnde Bodenstrukturen über 5 verschiedene Teillagen mit jeweils eigener Zusammensetzung und Drainageeigenschaft
- Klima: Atlantisch-mediterran; trotz einer Entfernung von ca. 60 km zur Atlantikküste ist der ozeanische Einfluss deutlich spürbar und sorgt für Frische, lebendige Säure und moderate Temperaturen
- Exposition: Unterschiedliche Sonnenexpositionen über die 5 Sub-Zonen – das Konzept der „Chans e Lus" (Terroir und Sonnenausrichtung) ist Leitgedanke der gesamten Weinproduktion
- Höhenlage: nicht bekannt
- Besondere Einflussfaktoren: Biodynamische und regenerative Bewirtschaftung; ausschließlich Handlese und Pferdeeinsatz; Lage nahe der portugiesischen Grenze; Reben in alten verlassenen Weinbergen wiederentdeckt und reaktiviert
Quellenangabe
Besonderheit
Der Jahrgang 2022 war für Bernardo Estevez durch starken Mehltaubefall außergewöhnlich schwierig. Das „Chans e Lus Planeta" ist der einzige Wein, den er in diesem Jahr produzieren konnte – ausschließlich aus den wenigen geretteten Trauben. Die gesamte Jahrgangsproduktion beläuft sich auf lediglich 1.300 Flaschen.
Beim Planeta handelt es sich um einen Gemischten Satz aus alten, autochthonen Rebsorten des südlichen Ribeiros, bei dem rote und weiße Sorten gemeinsam in denselben Weinbergen stehen. Die Bezeichnung „Chans e Lus" entstammt dem galizischen Dialekt (lokal auch als Chanselus bekannt) und bedeutet sinngemäß „Terroir und Sonnenexposition" – die zwei Schlüsselelemente großer Weine nach Bernardo Estevez.
Bernardo Estevez bewirtschaftet seine 1,2 Hektar Reben in 5 Sub-Zonen ausschließlich biologisch und biodynamisch, mit Pferd und Hand, ohne jede Substanz, die Umwelt oder Mensch schaden könnte. Er nennt sich selbst einen „Überzeugungstäter" in Sachen regenerativer Landwirtschaft.
Quellenangabe
Sensorik
- Aussehen/Farbe: Tiefes Rubinrot mit violetten Reflexen, mittlere Intensität, leicht transparent; feines Beinchen im Glas; wirkt für einen Rotwein ungewöhnlich zart und fein
- Duft/Nase: Explosiv-blumig und hochkomplex; Veilchen, Walderdbeere, getrocknete Blüten, getrockneter Ingwer, wilde Beeren; dazu Salbei, Rauch, Lorbeer, Wacholder, Lavendel und würzige Himbeere; die Nase ist von außergewöhnlicher Intensität und Eleganz, dabei zart, fein und verspielt – ein wahrer Duft-Blockbuster
- Geschmack/Gaumen: Mittlerer Körper, sehr fruchtig und saftig; schwarze Johannisbeere, Heidelbeerschale, Cranberry, Erdbeere, frische Zwetschge; salzig, frisch und energetisch, fast ätherisch leicht; die seidigen Tannine schmeicheln mit cremigem Trinkfluss; Kräuter und rauchige Noten bereichern die Tiefe; sapide Struktur mit Chambolle-Musigny-Charakter
- Abgang/Länge: Lang bis sehr lang; mineralisch-feuersteiniger Abgang mit Kräutern und Rauch; persistente Frische und überraschende Komplexität trotz des niedrigen Alkoholgehalts
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Qualität
- Komplexität: Außergewöhnlich hoch; die Vielzahl autochthoner Rebsorten aus dem Gemischten Satz erzeugt ein vielschichtiges Aromenbild, das von blumig-fruchtigen Primäraromen über würzig-krautige Sekundärnoten bis zu mineralischen Tertiärnuancen reicht; Lobenberg 97–98 von 100 Punkten, Parker 95 von 100 Punkten, Suckling 96 von 100 Punkten
- Ausgewogenheit (Balance): Hervorragend; trotz nur 12 % Alkohol wirkt der Wein vollständig und harmonisch – Säure, Tannin, Frucht und Körper fügen sich zu einem geschlossenen Ganzen zusammen; keine Seite dominiert unangemessen
- Typizität: Sehr hoch für einen biodynamisch bewirtschafteten, handwerklich erzeugten galizischen Rotwein aus dem Gemischten Satz; authentischer und unverfälschter Ausdruck der autochthonen Caíño-Rebsorten und des atlantisch geprägten Ribeiro-Terroirs
- Lagerpotential: Hoch; Trinkreife 2025–2044; der Wein ist aktuell bereits sehr zugänglich und trinkfreudig, wird sich aber über viele weitere Jahre weiterentwickeln und an Tiefe gewinnen
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Charakter
- Filigran und ätherisch: Mit nur 12 % Alkohol wirkt der Wein fast fragil leicht – und dennoch von großer Ausdruckskraft, Tiefe und Nachhall
- Chambolle-Musigny-artig: Die Kombination aus seidigen Tanninen, aromatischer Dichte, roter Frucht und feiner Blumigkeit lässt erfahrene Verkoster an große Burgunder denken
- Wildromantisch und perfumiert: Die Nase entfaltet eine duftende Aromenwelt aus Blüten, Kräutern, Rauch und Waldfrüchten – in dieser Intensität für einen Rotwein selten
- Handwerklich höchst präzise: Gemischter Satz, biodynamische Bewirtschaftung, ausschließlich Handlese, Fuß-Einmaischtung, kaum Schwefel – ein Wein, der sein Terroir absolut unverfälscht spricht
- Absolute Rarität: Nur 1.300 Flaschen der gesamten Produktion 2022 machen diesen Wein zu einem echten Liebhaberstück
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Food Pairing
- Auswahl französischer Weichkäse (Époisses, Brie de Meaux, Munster) mit Pumpernickel und Olivenbrot – laut Lobenberg einer der seltenen Rotweine, der wirklich zu Käse passt
- Gebratene Entenbrust mit Kirschsauce und Thymian
- Lammkotelett mit Rosmarin und Lavendel aus dem Ofen
- Gebratener Steinpilz mit Kräuterbutter und geröstetem Brioche
- Poularde mit Morcheln und Estragon in heller Weinsauce
- Kaninchen mit Kräutern der Provence und schwarzen Oliven
- Ziegenfrischkäse-Tarte mit Feigen und Walnüssen
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Trinkfenster
Der Wein ist aktuell bereits sehr gut trinkbar und zeigt eine einladende, zugängliche erste Reife. Aufgrund seiner strukturellen Tiefe, lebendigen Säure und des biodynamischen Charakters wird er sich über viele weitere Jahre weiterentwickeln. Der Höhepunkt wird voraussichtlich zwischen 2027 und 2038 liegen. Spätestens bis 2044 trinken.
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Preis
Der typische Marktpreis liegt bei ca. 39 Euro pro Flasche (Stand: Frühjahr 2026). Angesichts der extrem limitierten Auflage von nur 1.300 Flaschen sowie der Bewertungen von Parker (95 von 100), Suckling (96 von 100) und Lobenberg (97–98 von 100) ist dieser Preis als außergewöhnlich fair einzustufen.